Was sind Nanobots – und wo liegen ihre Gefahren? Vier Fragen zum neuen "Tatort"

  • Im neuen Dresdner Fall ist Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) persönlich betroffen: Unbekannte wollen sie mit bösartigen Nanomolekülen vergiften und die Ermittlerin versucht, sich in einem Wutraum abzureagieren.
  • Wie funktionieren Nanobots und gibt es solche mietbaren Räume zum Kaputtmachen wirklich?
  • Wir klären vier Fragen rund um den „Tatort: Unsichtbar“.

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„Tatort: Unsichtbar“: Was genau sind Nanobots?

Nanobots sind Roboter von winzigster Größe: Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter groß. Je nach Einsatzgebiet können sie die unterschiedlichsten Formen annehmen, die Wissenschaftlerin Martha Marczynski (Anna Maria Mühe) beschreibt sie im „Tatort“ sinnvollerweise ganz allgemein als „Moleküle, die durch gewisse Aminosäuren in ihrer Funktion verändert und gesteuert werden können“.

In Modellen nehmen sie häufig die Form quallenähnlicher Strukturen oder Schiffsschrauben an, deren Bewegung durch den menschlichen Körper zum Beispiel durch Magnetfelder gesteuert wird. Eine andere Form ist die sogenannte DNS-Origamitechnik, in der DNA-Stränge harmloser Viren so gefaltet und manipuliert werden, dass sie zielgerichtet im Körper eingesetzt werden können.

Wie werden Nanobots eingesetzt?

Die Krebsforschung ist – wie in „Unsichtbar“ – ein Schwerpunkt der Nanotechnologie. Dabei transportieren Nanoroboter, die sich wie eine Muschel öffnen können, in ihrem Inneren „feindliche“ Stoffe zu den kranken Tumorzellen. Mithilfe der Aminosäuren sind sie so programmiert, dass sie sich nur beim Aufeinandertreffen mit der spezifischen Oberfläche einer Tumorzelle öffnen und diese zerstören.

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Worin liegen die Gefahren?

Der Einsatz der Nanobots ist nicht nur bei einer theoretisch durchaus möglichen kriminellen Anwendung wie im „Tatort“ gefährlich. Kritiker befürchten, dass sich die winzigen Moleküle nicht verlässlich steuern lassen können. Je nach verwendetem Baumaterial könnten die Nanobots vom Körper zudem nicht vollständig abgebaut werden.

Nanobots als biologische Massenvernichtungswaffe behandelt ganz aktuell auch der neue „James Bond“ mit Daniel Craig, „Keine Zeit zu sterben“: Im Agententhriller wollen James Bonds Erzfeinde von der Organisation Spectre mit Nanobots gezielt bestimmte Menschengruppen auslöschen, indem Nanobots so programmiert werden, dass sie nur auf deren spezifische DNA reagieren.

Gibt es Wuträume wirklich?

In „Unsichtbar“ reagieren sich sowohl Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) als auch Martha Marczynski in einem sogenannten Wutraum ab: Sie mieten einen Raum voller Möbelattrappen, auf die sie mit einem Baseballschläger eindreschen können. Solche Wuträume gibt es tatsächlich: In Halle eröffnete 2015 Deutschlands erster Wutraum, inzwischen gibt es sie unter anderem in München und Karlsruhe.

Das Konzept stammt aus Japan und Amerika, wo es „rage rooms“ in verschiedenen Varianten und Preisklassen gibt: Man kann sein eigenes Material zum Zertrümmern mitbingen, sich spezifische Räume zum Kaputtmachen nachbauen lassen, Farbe auf Leinwände spritzen, Autos zerstören und Fotos von Personen auf bereitgestellte Dummys kleben – Letzteres ist in Deutschland verboten.

Während Befürworter eine Aggressionen und Stress abbauende Wirkung versprechen und auch den sportlichen Effekt des körperlichen Auspowerns schätzen, weist die Universität Cleveland, Ohio, auf ihrer Webseite auf Gefahren hin: Bei Menschen, die auf Ärger destruktiv reagieren, können sie diese Eigenschaft verstärken. Außerdem lerne man in so einem Raum nicht, wie man Stress und Ärger langfristig erkennen und auf konstruktivere Weise ausdrücken kann.

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