Tom Walker: "Und dann bin ich fast von der Bühne gefallen"

Zwei Jahre lang gab es keine Konzerte, Festivals und Auftritte. Das hat auch bei Tom Walker, 30, Spuren hinterlassen. Jetzt kehrt er endlich mit neuer Musik zurück und spielt wieder live. Woher er die meiste Inspiration für seine Songs bekommt, welche Meilensteine er unbedingt noch erreichen will und warum er einmal fast von der Bühne gefallen ist, verrät er im GALA-Interview.

Tom Walker: So entstand seine Liebe zur Musik

GALA: Was hat Dich zu dem Song "Serotonin" inspiriert?
Tom Walker: Ich hatte ein Gespräch mit meinem Vater am Telefon, als ich wegen des Lockdowns in einem Tief steckte. Alle saßen zuhause fest und auch ich konnte meinen Job nicht mehr machen. Ich konnte keine Konzerte spielen, konnte keine Kontakte zu den Fans knüpfen.

Und mein Vater hat mir einen weisen Rat gegeben. Er sagte: "Nicht jeder Tag kann der beste Tag der Welt sein und ohne Regen gibt es keine Sonne. Es wird Momente geben, in denen du oben auf der Welt bist, aber es wird auch Momente geben, in denen du es nicht bist." Ich dachte nur, das wäre eine wirklich coole Grundlage für einen Song. Und es geht auch um die Menschen, die ich in meinem Leben haben darf. Jedes Mal, wenn ich ein Tief habe, ziehen sie mich wieder hoch und geben mir einen kleinen Schub. 

Wann hast Du erkannt, dass Du Musiker werden willst? 
Schon als ich wirklich jung war. Mein Vater ist ein großer Musikfan, also nahm er mich immer mit zu Konzerten. Ich sah zum Beispiel B.B. King und AC/DC mit ihm. Und mein Vater hat eine riesige Plattensammlung. Er hat Tausende und Abertausende von CDs und ist besessen von deren Qualität. Er würde nie Musik streamen, es muss eine CD sein. Sein guter Musikgeschmack hat in mir den Wunsch verankert, Musiker zu werden.

Und wann hast Du angefangen, Gitarre zu spielen?
Ich habe mit dem Spielen angefangen, als ich 12 Jahre alt war. Mein Papa hat mir eine Gitarre gekauft und ich habe mich einfach in sie verliebt. Vorher hatte ich bereits Geige gespielt, aber ich fand es wirklich schwierig, Musik zu lesen. Die Gitarre machte für mich sofort Sinn.

Aber hast Du gelernt, Musik zu lesen?
Nein, ich mache alles nur nach Gehör. Ich habe kein Bedürfnis, die Notizen zu kennen.

Was inspiriert Dich am meisten zu Texten?
Ich denke es ist das Leben im Allgemeinen, auch wenn das wie ein Klischee klingt. Wenn in meinem Leben nichts passiert und ich nicht viel mache, ist es deutlich schwieriger, Songs zu schreiben. Es ist ziemlich einfach, sich inspirieren zu lassen, wenn du auf Tour bist, deine Freunde heiraten siehst oder mit all deinen Kumpels eine verrückte Nacht erlebst. Wenn man viel macht, gibt es immer etwas zu schreiben. Aber wenn du nichts machst oder machen kannst, fühlt es sich an, als ob die Welt stillsteht und das hat sich in meinem Songwriting widerspiegelt.

Was ist Dein Lieblingslied aller Zeiten?
Oh, das ist eine gute Frage. Ich glaube "Three Little Birds" von Bob Marley.

Und welche Art von Musik hörst Du privat?
Alles. Es ist so schön, gerade im Tourbus zu sein. Letzte Nacht sind wir ziemlich lange aufgeblieben und haben uns jede Menge verschiedene Musik angehört. Klassische Musik, Jazzmusik, Blues – modern, superalt. Ich bin offen für alle Arten von Musik.

Wann fühlst Du Dich am glücklichsten und lebendigsten?
Auf der Bühne zu stehen, ist definitiv eines der Dinge. Auf einem Festival zu sein, mit einem tollen Publikum. Und der Moment, wenn ich das Adrenalin spüre. Der ist großartig.

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Hattest Du in den drei Jahren, in denen Du Konzerte gespielt hast, unangenehme Momente auf Tournee?
Ich wäre einmal fast von der Bühne gefallen. Ich sprang zu diesem Lautsprecher und machte dort ein Gitarrensolo. Aber mir war nicht klar, wie hoch der Sprung zurück war. Als ich also versuchte zu springen, rutschte mein Fuß aus. Zum Glück hatte mein Fotograf, der mein bester Kumpel ist, es gesehen, sich einen meiner Füße gegriffen und mich wieder auf die Bühne gezogen.

Musstest Du lachen?
Ja, sehr! Jeder hat es gesehen. Und es gab kein Entkommen, also blieb mir nichts anderes übrig, als zu lachen.

Was ist der nächste Meilenstein in Deiner Karriere?
Wenn ich genug Material habe, würde ich gerne eines Tages als Headliner der Pyramid Stage in Glastonbury auftreten. Das wäre einfach toll!

Warst Du schon mal dort?
Ja, ich habe auf dem Glastonbury Festival viele Male gespielt. Es ist wie der intensivste Ort der Welt und das war auch der Höhepunkt meiner Karriere bisher. Aber ich habe noch nie auf der Pyramid Stage gespielt. Das wäre ein verrückter Meilenstein.

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