Sprung ins Ungewisse: Die Komödie "Sprachlos in Irland"

Berlin (dpa) – Für die perfektionistische Connie (Andrea Sawatzki) läuft im Leben praktisch alles nach Plan. Sie führt mit Dirk (Thorsten Merten) eine scheinbar glückliche Ehe.

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Ihre Tochter Anja (Sarah Hannemann) erwartet ihr erstes Kind. Auch ihre Firma hält große Stücke auf sie – bis der Juniorchef festlegt, dass Englisch in Zukunft Geschäftssprache sein soll. Für Connie eine Katastrophe.

Ergiebiger Landregen, dünner Kaffee

Unterhaltung

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Denn sie kann lediglich ein paar Brocken und leidet unter einer handfesten Sprachblockade. In größter Not, aber vor allem, um ihren Job zu retten, bucht sie einen zweiwöchigen Intensivkurs. So findet sie sich kurzerhand „Sprachlos in Irland“ wieder. So heißt die Komödie, die an diesem Freitag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist.

In Irland warten bereits Connies Sprachlehrerin Gillian (großartig: Claire O’Donovan), die hauptberuflich Bestatterin ist, und ihr „Mitschüler“ Max (Götz Schubert) auf sie. Max will endlich seine in Irland lebende pubertierende Tochter besuchen.

Regisseur Florian Gärtner (53, „Ein Sommer auf Mallorca“) und Drehbuchautorin Beatrice Meier (52, „Weglaufen geht nicht“) haben ihre Komödie mit typisch irischem Lokalkolorit und entsprechender Musik versehen: schräger Humor, patente Leute, Schuluniformen, ergiebiger Landregen, enge Stiegenhäuser, belebte Pubs und deftiges Frühstück.

Das alles lehnt Connie jedoch ebenso ab wie den viel zu dünnen Kaffee und das beliebte Klippenspringen. Da ihr das ganze Haus samt Särgen im Erdgeschoss zu schräg vorkommt und sie obendrein gleich zu Beginn ausgeraubt wird, will sie schon am zweiten Tag heimreisen. Aber natürlich kommt alles ganz anders.

Sprachlos macht die Zuschauer sicherlich eher die schöne irische Landschaft rund um Kilkee an der irischen Westküste, aber auch die anfangs etwas klamaukige Inszenierung dieser Schmonzette, die erst zur Hälfte einigen Tiefgang erhält.

Andrea Sawatzki (58, „Familie Bundschuh“) spielt gewohnt gut und passt mit ihren roten Haaren ganz prima nach Irland, während Götz Schubert (58, „Wolfsland“) mit schwarzer Perücke eher lächerlich aussieht und keineswegs wie Tom Jones, den er in angeblich großen Shows imitiert. Warum er hier erstmalig und dafür gleich mehrfach in Gesang ausbricht, bleibt unerfindlich. Das nämlich kann Claire O’Donovan in ihrer Rolle wesentlich besser – sie singt schon mal lauthals „I love you Baby“, während sie eine Leiche präpariert.

Damit zeigt sie auch, was das Thema dieses Films ist: Weniger nach Regeln und mit viel Ordnung leben, sondern lieber spontan und lebenslustig. Ganz nebenbei ist einiges über irische Begräbnissitten zu erfahren. Andrea Sawatzki sagt in einem ARD-Interview zu ihrer Rolle: „Ich bin der völlige Gegensatz zu Connie. Ich mag Pläne nicht so gern beziehungsweise ich habe sie gern vor Augen, um sie dann über den Haufen zu werfen und in die andere Richtung zu marschieren.“ Und so wagt sie als Connie schließlich nicht nur den Sprung von der Klippe, sondern auch hinein in ein anderes Leben.

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