Nadine Menz: Das steckt hinter dem Erfolg der Inga-Lindström-Filme

  • Am Sonntagabend läuft im ZDF der neueste Inga-Lindström-Film „Rosenblüten im Sand“.
  • Die romantischen Filme sorgen stets für gute Quoten und locken ganze Familien vor den Bildschirm.
  • Hauptdarstellerin Nadine Menz spricht im Interview mit unserer Redaktion über das Erfolgsgeheimnis der Filme und die Sehnsucht nach einer heilen Welt.

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Seit Januar 2004 laufen die Inga-Lindström-Filme als Teil der Herzkino-Serie am Sonntagabend im ZDF zur besten Sendezeit. Die romantischen Geschichten, die immer in Schweden spielen, garantieren gute Quoten und locken Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Alters und aus allen Bevölkerungsschichten vor den Bildschirm.

Am Sonntagabend hat um 20.15 Uhr mit „Inga Lindström: Rosenblüten im Sand“ bereits der 92. Film aus der Serie seine Premiere. Die Hauptrolle spielt Nadine Menz. Wir haben mit der 31-jährigen Schauspielerin über das Phänomen der Inga-Lindström-Filme gesprochen.

Nadine Menz, worum geht es in „Inga Lindström: Rosenblüten im Sand“?

Nadine Menz: Es geht um Catrine, die in einer Beziehung steckt, die weder schlecht noch gut ist. Sie steht kurz vor ihrer Abreise nach Nepal, wo sie ein Jahr als Krankenschwester arbeiten möchte. Ihr Freund macht ihr einen Heiratsantrag, doch das ist ihr zu viel. Sie fährt daraufhin mit ihrer Mutter an einen Ort am Meer, von dem sie geträumt hat. Dort lernt sie einen Mann kennen, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Und deshalb steht sie vor großen entscheidenden Lebensfragen. Wo geht es hin? Wen sehe ich an meiner Seite? Dadurch entwickeln sich noch ein paar ungeplante und auch dramatische Ereignisse.

Die Inga-Lindström-Filme haben immer wieder gute Quoten und laufen seit 17 Jahren im ZDF. Was ist aus Ihrer Sicht der Grund für diesen Erfolg?

Es werden immer sehr schöne und romantische Geschichten erzählt, mit wunderschönen Landschaftsbildern, die zum Träumen einladen. Ich vermute, der Erfolg liegt daran, dass die wenigsten von uns solch nahezu märchenhaften Momente persönlich erlebt haben, die Sehnsucht danach besteht aber vielleicht trotzdem. Die Hauptfigur, die eine solche Liebesgeschichte erlebt, ist zwar meistens eine Frau, aber diese Kombination aus schönen Bildern und mutigen Liebesgeschichten machen die Filme für jede Altersgruppe und jeden Menschen mit einer romantischen Ader attraktiv.

Gibt es den typischen Inga-Lindström-Zuschauer?

Ich glaube nicht. Es ist wirklich überraschend, das Publikum kommt aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten. Und gerade das finde ich so faszinierend und schön. Weil man das gar nicht auf einen bestimmten Zuschauer*innen-Typ festlegen kann.

Also ist es auch ein Erfolgsgeheimnis, dass die Inga-Lindström-Filme generationenübergreifend geschaut werden und die Familie vor dem Fernseher versammeln?

Ich würde sagen: ja. Der Freund meiner ehemaligen Mitbewohnerin schaut total gerne Inga Lindström, da war ich wirklich überrascht. Egal wen ich frage, ob Mama, Freund*innen, Schwester oder Eltern von Freund*innen, es gibt immer jemanden, der sagt: „Oh ja, ich liebe diese Filme.“ Ich glaube wirklich, dass das ziemlich generationenübergreifend ist.

Wir erleben gerade sehr turbulente Zeiten. Hat das Phänomen der Inga-Lindström-Filme auch etwas mit einer Sehnsucht nach einer heilen Welt zu tun?

Das glaube ich absolut. Es passiert gerade so viel Schreckliches auf der Welt, ich glaube, die Leute sind einfach froh, wenn sie abgeholt werden und ein bisschen träumen können. Genau das macht Inga Lindström. Und ich glaube, das ist gerade wichtiger denn je.

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Ist es hilfreich, selbst gerne Romanzen zu schauen, um eine Rolle wie die der Catrine spielen zu können?

Auf jeden Fall sollte man sich darauf einlassen können. Das bringt jede Rolle mit sich, dass man ein bisschen etwas von sich selbst mit einbringt und dann etwas darum baut. Ich mag „Herzkino“ total gerne und spiele es auch gerne.

Die Rolle ist sehr emotional. Wie bereitet man sich darauf vor, diese Gefühle vor der Kamera rüberbringen zu können?

Ich versuche, das zu fühlen und zu spielen, was die Szene und die Situation in dem Moment bietet. Das ist die Kunst der Schauspielerei, sich einfach auf die Emotionen einlassen zu können. Natürlich gibt es Drehtage, die für mich emotional anstrengender waren und welche, die leichter waren. Aber gerade vor den großen, emotionalen Szenen ziehe ich mich zurück. Ich habe Musik dabei, versuche mich in die Stimmung zu bringen und in dem Moment zu sein. Ich mache gar nicht so viel vorher, sondern versuche, mich an dem Drehtag darauf einzulassen.

Die Liebesgeschichte in „Rosenblüten im Sand“ wird mit dramatischen Ereignissen aus der Vergangenheit verknüpft, wie es häufig in Inga-Lindström-Filmen der Fall ist. Warum passt das so gut zusammen?

Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen, manche größere, manche kleinere. Ich denke, dass sich jeder mit den Charakteren identifizieren kann. Wäre es zu clean und zu leicht, wäre es nicht realistisch und man würde es nicht glauben. Dadurch gibt man den Rollen mehr Tiefe und für die Dramatik und die Geschichte ist es spannender, wenn nicht alles glatt läuft.

Der Film ist eine deutsche Produktion, mit deutschen Schauspielern, der aber in Schweden spielt und gedreht wurde. Könnte die Geschichte nicht genauso gut in Deutschland spielen?

Schweden hat eine wunderschöne Landschaft und die kommt im Film sehr zur Geltung. So kann man dem eigenen Alltag noch ein wenig leichter entweichen: Die Zuschauenden können so Schweden entdecken und das Bullerbü-Leben ein bisschen miterleben (lacht). Deswegen ist es gut, dass die Filme dort spielen und gedreht werden. Der Cast ist komplett deutsch, aber das Team war hinter der Kamera auch mit vielen Schwed*innen besetzt.

Sie haben zuletzt mit der Komödie „Die Kehrseite der Medaille“ auf der Theaterbühne gestanden. Wie unterscheidet sich das von einer solchen Fernsehproduktion?

Man fängt immer wieder von vorne an beim Theater. Wenn man eine Vorstellung geschafft hat, startet die nächste. Beim Dreh geht man weiter, sobald man etwas im Kasten hat und sieht dann am Ende das fertige, zusammengeschnittene Ergebnis, das dann nochmal ganz anders wirken kann. Beim Theater hat man das direkte Feedback des Publikums. Das liebe ich am meisten daran: man spürt sofort, ob die Witze ankommen und wie das Publikum drauf ist. Man pusht sich gegenseitig und gibt sich ganz viel zurück. Beim Film finde ich dafür toll, dass man Teil eines großen Teams ist, das für Wochen intensiv zusammenarbeitet. Beim fertigen Produkt sieht man dann den Beitrag von allen, Maske, Kostüme, aber auch Schnitt und Musik. Was dann nach dem Dreh noch dazukommt, macht es perfekt. Und das finde ich beim Film sehr schön.

Sie haben auch in Daily Soaps wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder „Unter Uns“ mitgespielt. Wie sehr unterscheidet sich das von dem Dreh für einen Film oder vom Theaterspielen?

Der große Unterschied zwischen den Dreharbeiten bei einer Daily Soap und einem Film ist, dass es viel weniger Zeit für die Inszenierung gibt, weshalb die Schauspielleistung schneller „on point“ sein muss. Darüber hinaus herrscht auch hier eine sehr familiäre Stimmung am Set, insbesondere wenn man wie ich zweieinhalb Jahre bei „Gute Zeiten, schlechten Zeiten“ ist – man lernt sich im Team natürlich sehr gut kennen und schließt Freundschaften. Beim Film hat man wiederum viel mehr Zeit, an den einzelnen Szenen zu arbeiten. Bei „Inga Lindström“ haben wir alle in einem Hotel in Schweden gewohnt und oft nach dem Dreh am Abend nochmal Szenen besprochen, auch mit dem Regisseur Marco Serafini. Das war so ein bisschen wie im Schullandheim (lacht).

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