Nach Absetzung seiner Show: Satiriker Shahak Shapira übt heftige Kritik am ZDF

Vor einer Woche verkündete ZDFneo das Aus der Comedy-Show “Shapira Shapira”. Nun hat sich Shahak Shapira zu der Sache geäußert – und gegen den Sender brisante Vorwürfe erhoben.

Der Satiriker Shahak Shapira hat sich auf Facebook zum Aus seiner Sendung “Shapira Shapira” geäußert.

Die Show gehörte zu den originellsten und mutigsten Comedy-Formaten, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat: In “Shapira Shapira” lieferte Satiriker Shahak Shapira eine Mischung aus pointiertem Stand-up und bissigen Einspielern, die regelmäßig an die Schmerzgrenze und manchmal darüber hinaus gingen. Dazu gab es Experimente wie der Reihe “Momsplaining”. Darin erklärt der 31-Jährige seiner Mutter Phänomene wie Netflix oder Greta Thunberg.

Dennoch hat das ZDF das Format nach nur zwei Staffel heimlich, still und leise beendet. “Die abschließende Bilanz des Formats zeigt, dass die Sendung die in sie gesetzten Erwartungen leider nicht erfüllen konnte”, erklärte der Sender vergangene Woche zur Begründung. “Die Akzeptanz der Zielgruppe hat sich in der zweiten Staffel sowohl im linearen Fernsehen als auch online nicht wie erhofft entwickelt, so dass ZDFneo sich dazu entschieden hat, keine weitere Staffel in Auftrag zu geben.”

Das schreibt Shahak Shapira auf Facebook

Mit einigen Tagen Verzögerung hat sich nun auch der Satiriker zu Wort gemeldet. In einem langen Facebook-Posting übt Shahak Shapira Kritik an dem Verhalten des Senders während der gemeinsamen Zeit. 

Es wird keine weitere Staffel von Shapira Shapira geben. Manche haben das vielleicht mitbekommen – die Entscheidung fiel…

Zunächst gibt sich Shapira selbstkritisch und äußert Verständnis für die Entscheidung: “Vielleicht haben wir es nicht geschafft, den Ton zu treffen, den es braucht, um große Reichweite zu generieren. Vielleicht war es auch einfach nicht gut – wir als Team stehen aber hinter unserer Arbeit und sehen es anders.” Andererseits habe ihm der ZDF-Programmdirektor vor der zweiten Staffel gesagt: “Die Quote ist egal – wir wollen etwas Besonderes.”

Dann schildert der 1988 in Israel geborene Comedian seine Sicht der Dinge – und die ist für das ZDF nicht sonderlich schmeichelhaft: “Für mich war es der Umgang des Senders mit Kritik oder Witzen gegen andere ZDF-Sendungen, der die Zusammenarbeit letztendlich irreparabel beschädigt hat.”

Shapira hatte nach den Anschlägen von Halle das ZDF öffentlich kritisiert. Er hatte eine Einladung des “Morgenmagazins” abgesagt, weil er die “klischeehafte Juden-Opfer-Darstellung” ablehnt. Stattdessen wurde in der Sendung AfD-Chef Jörg Meuthen interviewt – was der Comedian heftig kritisierte.

Shapira fühlt sich vom ZDF im Stich gelassen

Dazu schreibt Shapira nun, es müsse für einen Künstler möglich sein, in seinen privaten Kanälen einen fahrlässigen journalistischen Umgang mit Faschisten zu kritisieren, ohne, dass die eigene Sendung plötzlich stärker kontrolliert wird. “Selbst (gerade!) wenn dieser im eigenen Sender stattfindet.” Genau das sei passiert: “Wir bekamen einen zusätzlichen Redakteur, mehr Abnahmeschleifen und weniger Unterstützung vom Sender.”

Dass der Sender ihm nicht den Rücken gestärkt, sondern gegängelt habe – das sind starke Vorwürfe. Das ZDF hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Ob, und wie er künftig weitermacht – das ließ Shahak Shapira offen. Sein Posting beschloss er mit einem ironischen “Hoch die Tassen und alles für die Quote.”

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