Kristin Davis: "Ich wünschte, sie würden aufhören"

Die Neuauflage der Kultserie zeigt die Protagonistinnen in ihren Fünfzigern – und entfachte hitzige Diskussionen über deren Aussehen. Wie Kristin Davis mit dem Schönheitsdruck und der ständigen Kritik umgeht, hat sie t-online erzählt.

„Sex and the City“ ist zurück: Mit „And Just Like That …“ startete am Donnerstag das von den Fans lang ersehnte Reboot der Kultserie, das hierzulande bei Sky zu sehen ist. Als Mittdreißigerinnen wurden die New Yorker Freundinnen Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte Ende der Neunziger zu Ikonen einer ganzen Generation.

Mehr als 20 Jahre sind seitdem vergangen und nun zeigen sie das Leben in ihren Fünfzigern – inklusive aller Höhen und Tiefen, die das Alter mit sich bringt. In Hollywood ist das keine Selbstverständlichkeit, im Gegenteil: Geschichten über Frauen in dieser Altersklasse sind rar und finden meist nur am Rande statt. Umso bedauerlicher, dass nun ausgerechnet eine Oberflächlichkeit für Aufsehen sorgt: das Aussehen der Protagonistinnen. Wie sich die Darstellerinnen verändert haben, können Sie in unserer Fotoshow sehen.

Seit die ersten Aufnahmen der neuen Folgen publik wurden, häufen sich die Bewertungen und Lästereien in den sozialen Medien. Bei der einen werden die – von Natur aus – grauen Haare kritisiert. Die andere sieht durch angebliche Schönheitseingriffe zu künstlich aus.

In der Serie „And Just Like That …“, die aktuell bei Sky und Sky Ticket zu sehen ist, gehen Kristin Davis als Charlotte und Cynthia Nixon als Miranda auf ihre ganz eigene Weise mit dem Alter um. (Quelle: Imago / MediaPunch)

„Jeder hat etwas zu sagen: Sie hat zu viele Falten, sie hat nicht genug Falten. Es scheint fast so, als ob die Menschen nicht wollen, dass wir mit unserem Aussehen zufrieden sind. Als ob sie es fast genießen, dass es uns schmerzt, wer wir heute sind. Ob wir uns nun dafür entscheiden, auf natürliche Weise zu altern und nicht ‚perfekt‘ auszusehen, oder ob wir etwas tun, durch das wir uns selbst besser fühlen“, platzte Sarah Jessica Parker zuletzt im Interview mit der amerikanischen „Vogue“ der Kragen.

„Ich habe damit gerechnet, leider“

Und auch an Kristin Davis gehen die Kommentare nicht spurlos vorbei. „And Just Like That …“ – „Und einfach so … hat Charlotte ein neues Gesicht“ titelte die britische „Daily Mail“ vor einigen Wochen, als der erste Trailer zur Serie erschien. In den sozialen Netzwerken hagelte es jede Menge Kritik über das veränderte Aussehen der 56-Jährigen. Sie sei „nicht wiederzuerkennen“, habe sich in eine „Katzenfrau“ verwandelt, hieß es.

„Ich habe damit gerechnet, leider“, offenbart Kristin Davis im Gespräch mit t-online und erklärt: „Wir wissen, dass wir diese Probleme haben. Dass die Leute uns bewerten, vor allem uns Frauen, ist ein Problem unserer Gesellschaft.“ Ihr sei bewusst gewesen, dass das „Teil der Diskussion“ werden würde. „Und damit komme ich meistens ganz gut zurecht“, stellt sie klar, fügt dann jedoch hinzu: „Ich versuche jedenfalls, damit zurechtzukommen.“

Während ihrer langen Schauspielkarriere habe sie sich an die Situation gewöhnt, kalt lasse es sie deswegen aber längst nicht. „Ich habe gute Tage, an denen ich denke: Ich lasse das nicht an mich heran. Und dann gibt es Tage, da wünschte ich, sie würden einfach aufhören“, gibt sie ehrlich zu.

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„Frauen in ihren Fünfzigern stehen mitten im Leben“

Vor allem, sie und ihre Kolleginnen aufgrund ihrer persönlichen Entscheidungen, wie sie mit dem Altern umgehen, zu kritisieren, störe sie sehr. „Wir haben nie über unser Alter in der Show gelogen, weder in der vorherigen noch in der aktuellen. Es gehört zu uns und zu unseren Rollen, dass wir darüber sprechen, was man in verschiedenen Phasen des Lebens durchmacht. Und das ist nun mal bei jedem verschieden“, so Davis.

Das sei auch einer der Gründe gewesen, warum sie die Neuauflage machen wollten. „Denn Frauen in ihren Fünfzigern stehen immer noch mitten im Leben. Und wir haben großes Glück, dass wir noch leben. Und manchmal haben wir dabei eben graue Haare.“

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