Jasmin Tawil: Warum sie nach der Trennung von Oceans Vater nicht mehr in die USA darf

Über die verletzende Trennung von Adel Tawil hat die Sängerin bereits im ersten Teil des Interviews mit GALA gesprochen, jetzt erzählt sie von ihrem kritischen Verhältnis zum Vater ihres Sohnes Ocean Malik und der Versöhnung mit ihren Eltern.

Jasmin Tawil: Grenzerfahrungen in „Unbreakable“

In "Unbreakable" geben die prominenten Teilnehmer sehr viel von sich und ihren Problemen preis. Wie schwer fiel es dir, dich so im TV zu öffnen?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich vor dem Start der Sendung gefühlte zwanzig Mal abgesagt. Auf der einen Seite hatte ich totale Lust auf das Projekt, auf der anderen Seite dachte ich mir, das kann total nach hinten los gehen. In "Unbreakable" werden Erinnerungen wachgerufen, die mich an meine Grenzen bringen. Mir war klar, dass es nicht einfach werden würde.

Warum ich dann doch mitgemacht habe, war meine seelische Gesundheit. Die letzten sieben Jahre haben mich verändert und viele Spuren hinterlassen. Ich habe seitdem immer wieder mit mir selbst zu kämpfen, damit ich stabil bleibe. Deswegen habe ich das Projekt letztendlich als Chance gesehen und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich doch in den Flieger gestiegen bin.

Wir haben uns einfach alle getraut, unseren Kummer und unsere Sorgen laut auszusprechen und damit helfen wir hoffentlich auch anderen Menschen, sich Rat oder Hilfe zu suchen.

Was war neben den Erinnerungen sonst noch die größte Herausforderung bei "Unbreakable" für dich?

Ich war total überfordert, denn plötzlich musste ich mit neun anderen, mir fremden Menschen in einem Zelt schlafen – darunter auch Männer. Das bin ich nicht gewohnt.

Frieden mit Jasmins Eltern

Du sprichst deine Angst vor Männern auch in der ersten Folge an. Wodurch ist diese deiner Meinung nach entstanden?

Mein Vater hat mir viele Jahre gefehlt und ich habe händeringend versucht, diese fehlende Vaterfigur durch einen Partner in meinem Leben auszugleichen. Aber dann bin ich immer an die falschen Männer geraten.

Wie ist aktuell das Verhältnis zu deinen Eltern?

Dank "Unbreakable" habe ich es wirklich geschafft, nach all den Jahren mit meinem Vater Frieden zu schließen. Wir hatten uns einige Jahre nicht gesehen. Zu meiner Mutter habe ich gerade keinen direkten Kontakt, aber ich bin sicher, dass es auch mit ihr zu einer Aussprache kommen wird.

Probleme mit Ocean Maliks Vater

Wie ist gerade das Verhältnis zu Oceans Vater? In "Unbreakable" erzählst du davon, dass er sich nicht um seinen Sohn kümmert.

Ja, auch bei dem Thema hat mir "Unbreakable" sehr geholfen, viel klarer mit der Situation zu werden. Ich gebe zu, ich war etwas naiv und habe mir das alles ein bisschen schön geredet. Dazu neige ich leider grundsätzlich, aber irgendwann brodelt es dann aus mir heraus. Ich habe Oceans Vater so oft darum gebeten, uns finanziell zu unterstützen, aber er hatte immer Ausreden und hat mich hingehalten. Es ist nicht fair von ihm, dass er mir die komplette Verantwortung für unseren gemeinsamen Sohn überlässt.

Nach den Dreharbeiten habe ich sofort das Telefon in die Hand genommen und ihm eine ordentliche Ansage gemacht. Bis jetzt habe ich nichts mehr von ihm gehört, aber ich hoffe dennoch, dass wir uns einigen können. Eine finanzielle Unterstützung ist das Mindeste, was er für seinen Sohn tun kann, aber es interessiert ihn nicht.

Das Blöde ist, ich komme nicht mehr an ihn ran, er lebt weiterhin auf Hawaii. Normalerweise würde ich dort hinreisen und ihm zuerst eine freundliche Ansage machen und wenn die nicht wirkt, die Polizei holen und ihn anzeigen, damit er endlich mal was zahlt. Aber ich darf gerade nicht mehr in die USA einreisen.

Wieso das?

Das war so: Nachdem ich bei "Promi Big Brother" war, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Die Pandemie hat in mir schlimme Todesängste ausgelöst. Ich saß alleine in Brandenburg und habe niemanden gesehen. Ich habe den Frust in mich reingefressen – im wahrsten Sinne des Wortes –, habe mich nicht mehr im Spiegel angesehen.

Als ich dann gemerkt habe, dass mein Leben sich gerade wieder in eine Richtung bewegt, die nicht gut für mich und für Ocean ist, wollte ich zurück nach Hawaii. Aber am Flughafen in Frankfurt haben sie mir gesagt, dass ich für zehn Jahre nicht mehr in die USA einreisen darf, weil ich beim letzten Mal viel zu spät ausgereist bin. Das war auch so, ich gebe es zu. Normalerweise habe ich damals immer darauf geachtet, nach 90 Tagen wieder aus dem Land raus zu sein. Aber beim letzten Mal bin ich schwanger geworden und wusste nicht, wo ich hin soll. Ich habe zu der Zeit im Auto gewohnt. Die einzige Möglichkeit wäre die Couch meiner Mutter gewesen, aber das wollte ich nicht.

Die zweite Folge "Unbreakable – Wir machen dich stark!" läuft am Mittwoch, den 17. November 2021 um 20:15 Uhr auf RTL und schon jetzt auf RTL+.

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