"Ich zweifle ständig an meinen Entscheidungen"

In den Achtzigern wurde er zum Actionheld und auch mit 66 Jahren lässt es Bruce Willis nicht ruhiger angehen. Mit t-online hat er über ein Ablaufdatum in Hollywood und seine größte Angst gesprochen.

Fast 35 Jahre ist es her, dass sich Bruce Willis zum ersten Mal als John McClane mit „Stirb Langsam“ in die Herzen des Kinopublikums ballerte und zum Actionheld einer ganzen Generation wurde. So erfolgreich, dass bis 2013 vier weitere Teile des Franchises folgten – alle mit Willis in der Hauptrolle. Zwischendurch rettete er die Welt vor Kometen und anderen Bedrohungen, spielte mal den guten, mal den bösen Cop. Doch dem Typ knurriger Haudegen blieb er dabei stets treu.  

Auch im Film „Cosmic Sin“, der aktuell exklusiv bei Sky und Sky Ticket läuft, nimmt er es als knallharter Ex-Soldat mit Aliens auf, um die Menschheit vor dem Ende zu bewahren. „Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn verbrennen oder in ein Museum stellen sollte“, wird ihm der galaktische Kampfanzug angepriesen, den er sich in dem Science-Fiction-Streifen überzieht. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das Gleiche über mich sagt“, kontert Willis mit seinem gewohnt selbstironischen Humor über sein mittlerweile fortgeschrittenes Alter.

Bruce Willis nimmt es in "Cosmic Sin", der aktuell exklusiv bei Sky und Sky Ticket läuft, mit Aliens auf. (Quelle: IMAGO / Prod.DB)

Seine besten Zeiten als Actionheld habe er hinter sich, hieß es zuweilen von Kritikern. Doch auch wenn die ganz großen Blockbuster zuletzt eher ausblieben, kürzerzutreten kommt für Bruce Willis trotz seiner 66 Jahre nicht infrage. „Vielleicht bin ich in diesem Film etwas langsamer aufgestanden, als ich hingefallen bin“, gibt er im Gespräch mit t-online lachend zu, „doch ich schreibe das nicht dem Alter zu. Ich mache immer noch das Gleiche wie früher, ich trage immer noch die gleichen Klamotten, ich trainiere immer noch, ich drehe immer noch Filme.“

„Ich habe großes Glück“

Und davon eine ganze Menge: Allein in diesem Jahr sind sechs Produktionen mit ihm erschienen, elf weitere wurden bereits abgedreht. Er sei sich aber auch bewusst, dass er seinen andauernden Erfolg nicht nur Talent und Ausdauer zu verdanken hat. „Es hat viel mit Glück zu tun. Ich habe großes Glück, dass ich immer wieder aufs Neue besetzt werde“, betont Bruce Willis. Und daran wolle er so lange festhalten, wie es geht. Sein Ablaufdatum in Hollywood sehe er noch längst nicht kommen. „Leute leben heutzutage länger und sind auch viel länger fit. Wer schreibt eigentlich vor, dass man mit Mitte Sechzig in Rente gehen muss – egal ob man will oder nicht?“, so der Schauspieler.

Sich einfach so aus dem Business zurückzuziehen und nur noch Golf zu spielen, könne er sich jedenfalls nicht vorstellen, stellt der 66-Jähige klar. Doch an einigen Stellen schraubt auch ein Bruce Willis etwas zurück. „Ich muss nicht mehr aus einem offenen Flugzeug springen. Das ist nichts für mich. Extreme Stunts überlasse ich lieber einem Double“, gibt er zu.

„Ich lag schon oft falsch in meinem Leben“

Das habe aber weniger mit richtiger Angst zu tun, die habe er nur vor einer Sache: „Fehler als Vater zu machen. Meine Kinder zu aufrichtigen Menschen zu erziehen, war und ist mir auf jeden Fall wichtiger als meine Arbeit“, stellt er klar.

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Aus seiner Ehe mit Demi Moore stammen die drei erwachsenen Töchter Rumer, Scout and Tallulah. Mit seiner jetzigen Frau Emma Heming bekam er 2012 Tochter Mabel, zwei Jahre später folgte Evelyn.

Als Vater könne er dem Alter durchaus etwas abgewinnen, lenkt Bruce Willis am Ende des Gesprächs doch noch ein. „Als ich jung war, war ich überzeugt zu wissen, wie die Welt funktioniert. Erst mit der Zeit habe ich gemerkt, dass doch alles ganz anders ist. Ich lag schon oft falsch in meinem Leben“, gibt er zu. Bis heute sei es ein anhaltender Prozess. „Ich zweifle ständig an meinen Entscheidungen. Aber sich einzugestehen, nicht richtig zu liegen, hat seine guten Seiten – man muss nur aus seinen Fehlern lernen.“

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