Horst Lichter: "Das ist ja wirklich eine Sensation!"

Eine Beamtin aus Duisburg bringt eine Rarität zu “Bares für Rares”, die Horst Lichter zunächst belächelt. Doch die Geschichte hinter dem Einzelstück beeindruckt den Moderator dann zutiefst.

“Das ist ja der Knaller!”

“Bares für Rares”: Eine kleine Rarität sorgt für großes Aufsehen. (Quelle: Screenshot ZDF)

Jetzt ist Lichters Interesse geweckt: “Ach, wie kommst du denn da dran?”, möchte er wissen. “Ich bin als Kind immer mit meiner Tante und meinem Onkel in den Urlaub gefahren und wir haben Rundreisen in Spanien gemacht. Ein Ort war unter anderem Figueras, wo wir immer Halt gemacht haben. Wir haben dann in einer Bar gesessen und in einer Bar gegenüber saß Salvador Dalí”, erzählt die 52-Jährige. “Ich war damals zehn und mein Onkel hat mir die Postkarte geholt, mir die in die Hand gedrückt, mir einen Stift gegeben und gesagt: ‘Du gehst da jetzt mal rüber.’ Dann bin ich dahingegangen, hab ihm das hingehalten, hab gesagt: ‘Por favor’ und er hat unterschrieben.”

“Du hast echt Salvador Dalí kennengelernt?”, fragt Lichter begeistert und freut sich: “Das ist ja der Knaller! Das ist ja wirklich eine Sensation! Wow!” Kunstexperte Detlev Kümmel kann die Echtheit der Unterschrift des Malers nur bestätigen. “Figueras ist ein Urlaubsort, gleichzeitig aber auch der Geburtsort von Salvador Dalí und der Ort, wo er gestorben ist. Er ist 1904 geboren, 1989 gestorben und dazwischen ist sehr viel passiert”, weiß er.

“Er hat an der Kunstakademie von Madrid studiert und ist dort auf königlichen Erlass von der Schule verwiesen worden, wegen ungebührlichem Verhalten. Denn er hat sich geweigert sein Examen abzulegen, weil er fand, dass die Lehrer nicht würdig waren, ihn zu beurteilen. Er dachte, er ist besser als die Lehrer”, berichtet Kümmel. “Das macht ihn aber sympathisch”, findet Lichter. “Und am Ende ist er einer der besten Surrealisten gewesen, die die Welt je gesehen hat”, ergänzt der Experte.

Ein Detail hätte den Wert extrem gesteigert

“Bares für Rares”: Der Experte kann bestätigen, dass es die Unterschrift von Dalí ist. (Quelle: Screenshot ZDF)

Nach dieser Geschichte wundert sich Lichter jedoch, warum Liehr so eine tolle Erinnerung weggeben möchte. “Die Karte lag jetzt 42 Jahre bei mir zu Hause in einer kleinen Holzkiste und ich denke sie hat langsam was Besseres verdient”, erklärt sie und fügt hinzu, dass sie mit 100 Euro für die Postkarte schon zufrieden wäre.

“Bei einer Postkarte allein muss man davon ausgehen, das ist kein Kunstwerk, das ist klar. Das ist nur ein Träger eines Autogrammes”, sagt Kümmel. “Eine Signatur unter einem Kunstwerk wäre Tausende wert. Das würde sofort den Wert eines Kunstobjektes deutlich steigern. Hätte er nur eine ganz kleine Skizze auf die Postkarte gemalt, hätte es schon gereicht um fünfstellig zu werden. Dann wäre es ein echter Dalí”, teilt der Experte mit. Da es sich aber nur um ein Autogramm handelt, liegt seine Expertise bei 150 bis 200 Euro.

Schlagabtausch unter den Händlern

“Tolle Geschichte”, findet Lichter, gibt Liehr die Händlerkarte und wünscht ihr viel Glück beim Verhandeln. Auch im Händlerraum erzählt die Beamtin ihr Erlebnis mit Dalí, woraufhin Kunst- und Antiquitäten-Auktionator Daniel Meyer wissen möchte, ob sie schon als Kind beeindruckt von dem Maler war. “Ich wusste, wer das ist. Er war aber sehr exzentrisch und das war für ein Kind schon eine Furcht einflößende Person”, muss die 52-Jährige zugeben.

Meyer startet mit einem Gebot von 50 Euro. Sein Kollege Fabian Kahl erhöht auf 80 Euro. “Solange die nicht gesetzlich geschützt sind, biete ich die auch”, sagt er zu Walter Lehnertz, der für seine 80-Euro-Gebote in der Sendung bekannt ist und auch “80-Euro-Waldi” genannt wird. “Sind sie”, entgegnet er daraufhin schmunzelnd. “Dann biete ich 90”, kontert Kahl.

“Bares für Rares”: Die Postkarte stammt aus dem Jahr 1978. (Quelle: Screenshot ZDF) 

Lehnertz erhöht schließlich auf 120 Euro. “Was soll denn das jetzt?”, wundert sich Kahl. “Weil du die 80 Euro geboten hast”, stichelt Lehnertz. “Ich hab doch direkt 90 gesagt”, verteidigt sich Kahl. “Ja, du hast sie aber gesagt”, sagt Lehnerzt, dem dieser Schlagabtausch sichtlich Spaß macht.

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Zu guter Letzt erhält Kahl den Zuschlag bei 150 Euro. “Das ist doch ein guter Preis für eine Postkarte”, findet Meyer und scherzt: “Wenn du dann da unten bist, kannst du sie ja noch versenden an jemanden – an mich zum Beispiel.”

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