"Das Rad der Zeit" auf Prime Video: Ein Anwärter auf den Fantasy-Thron?

  • Am Freitag, dem 19. November, startet auf Prime Video Amazons neue Fantasy-Serie „Das Rad der Zeit“, die neuen Folgen erscheinen immer freitags.
  • Rosamund Pike spielt die Zauberin Moiraine Damodred, die den Wiedergeborenen Drachen finden will und mit einer Gruppe junger Menschen vor einer Trolloc-Armee flieht.
  • Die aufwendige Serie basiert auf den Büchern von Robert Jordan und könnte „Game of Thrones“ im Kampf um den Fantasy-Thron Konkurrenz machen.
  • Eine Kritikvon Christian Stüwe

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    Eine gute halbe Stunde nimmt sich die neue Fantasy-Serie „Das Rad der Zeit“ Zeit, um die Figuren und die mittelalterliche, geheimnisvolle Welt, in der sie spielt, in aller Ruhe und Beschaulichkeit einzuführen. Doch dann nimmt das Geschehen ganz plötzlich mächtig Fahrt auf. Es kommt zu einer wahren Explosion der Gewalt, als eine Trolloc-Armee völlig überraschend über einen Tanzabend in einem beschaulichen Dorf in der Region „Zwei Flüsse“ herfällt.

    Diese furchterregenden, riesigen Kreaturen töten wahllos alle Menschen und wären wohl nicht aufzuhalten, wenn nicht glücklicherweise Moiraine Damodred (Rosamund Pike) mit ihrem Beschützer Lan Mandragoran (Daniel Henney) auf ihrer Durchreise im örtlichen Gasthof Halt gemacht hätte. Moiraine Damodred ist Mitglied der Aes Sedai und somit eine mächtige Zauberin. Sie entfaltet ihre Magie und schlägt die Trollocs zurück. Dabei wird der komplette Ort verwüstet und praktisch bis auf die Grundmauern zerstört.

    Die Zerstörung ist real, denn die Häuser des Ortes wurden tatsächlich am Drehort in der Nähe von Prag aufgebaut. Nur um dann bereits in der ersten Folge wieder komplett zerstört zu werden. Gespart wurde am Set von „Das Rad der Zeit“, das Amazon exklusiv für sein Streamingportal Prime Video produzieren ließ, ganz sicher nicht. Die Schlacht mit den Trollocs ist visuell beeindruckend, die Ausstattung und die Effekte von „Das Rad der Zeit“ sind aufwendig. Man sieht der Serie jedenfalls sofort an, dass sie sehr teuer war. Von zehn Millionen Dollar für jede der knapp einstündigen acht Folgen der ersten Staffel ist die Rede.

    „Das Rad der Zeit“: „Game of Thrones“ ist die Messlatte

    Mit fünf jungen Überlebenden um die beiden Bauernkinder Egwene Al’Vere (Madeleine Madden) und Rand al’Thor (Josha Stradowski) schmieden Moiraine Damodred und Lan Mandragoran eine Schicksalsgemeinschaft und fliehen aus dem Ort, die Trollocs und noch schlimmere Wesen sind ihnen auf den Fersen. Ihr Ziel ist die Stadt Tar Valon, der Sitz der Aes Sedai. Ganz zufällig wurde die Gruppe aber nicht zusammengestellt, denn Moiraine Damodred ist auf der Suche nach dem Wiedergeborenen Drachen, der den Verlauf der Geschichte verändern kann. Die Magierin vermutet ihn (oder sie) unter den jungen Dorfbewohnern.

    Magie, Drachen, brutale Schlachten und eine Prise Sex. Man kommt nicht umhin, „Das Rad der Zeit“, dessen erste drei Folgen ab dem 19. November auf Prime Video abgerufen werden können, mit „Game of Thrones“ zu vergleichen. „Game of Thrones“, eine der größten und gehyptesten Serien in der Geschichte des Fernsehens, machte Fantasy zum Mainstream und phasenweise zum Gesprächsthema Nummer eins.

    Für das „Das Rad der Zeit“ ist GoT die Messlatte, angeblich gab niemand Geringeres als Amazon-Boss Jeff Bezos höchstpersönlich die Anweisung, eine Serie zu drehen, die es mit „Game of Thrones“ aufnehmen kann. Und nach den Eindrücken, die die vorab zur Sichtung bereitgestellten ersten drei Folgen vermitteln, könnte dies durchaus gelungen sein.

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    „Das Rad der Zeit“ erschien in Deutschland in 37 Büchern

    Eine offensichtliche Parallele ist, dass das „Das Rad der Zeit“ wie „Game of Thrones“ auf einer äußert beliebten Buchreihe basiert. Der Autor Robert Jordan schuf ab 1990 bis zu seinem Tod 2007 eine gigantische Fantasywelt, mit hunderten Charakteren, zahlreichen Völkern, Clans und geheimnisvollen Orten. Eine Welt, in die man sich erst einmal hineinfinden muss. Wer die Bücher nicht gelesen hat, wird ein wenig brauchen, um alles zu verstehen, was in den ersten Folgen der Serie passiert.

    Jordan starb im Alter von 58 Jahren an einer selten Blutkrankheit, er hinterließ Notizen, mit deren Hilfe der Autor Brandon Sanderson mit der Unterstützung von Jordans Witwe Harriet McDougal die Geschichte zu Ende brachte. In der deutschen Übersetzung besteht die Buchreihe „Das Rad der Zeit“ aus 37 Bänden. Sollte die Serie ein Erfolg werden, gäbe es also mehr als genug Stoff für Fortsetzungen. Eine zweite Staffel ist übrigens schon in Arbeit.

    „Das Rad der Zeit“ setzt auf einen jungen Cast und Rosamund Pike als Star

    Tatsächlich plant Amazon, „Das Rad der Zeit“ über Jahre hinweg fortzuführen. Es wurden bewusst junge und relativ unbekannte Schauspielerinnen und Schauspieler gecastet, die mit ihren Rollen wachsen und altern können. In „Game of Thrones“ wurde dies ähnlich gehandhabt, Kit Harington, Sophie Turner oder Maisie Williams wurden so zu Stars.

    Als Hauptdarstellerin wurde Rosamund Pike verpflichtet. Die Engländerin spielte in David Finchers „Gone Girl“ oder der Netflix-Produktion „I Care a Lot“ knallharte und rücksichtslose Business-Ladys, als geheimnisvolle Zauberin und Anführerin der Gruppe ist sie ebenso überzeugend. Generell ist „Das Rad der Zeit“ eine Geschichte über starke Frauen, denn nur sie können die Magie nutzen. Dazu passt, dass mit der deutschen Regisseurin Uta Briesewitz auch hinter der Kamera eine Frau den Ton angibt.

    Natürlich reichen drei Folgen nicht, um abschließend beurteilen zu können, ob „Das Rad der Zeit“ tatsächlich in die Fußstapfen von „Game of Thrones“ treten und sich zu einem echten Serien-Phänomen entwickeln kann. Aber nicht weniger ist der Anspruch der neuen Amazon-Serie. Und der erste Eindruck ist auf jeden Fall sehr vielversprechend.

    Verwendete Quellen: