Carsten Maschmeyer: "Man denkt: War’s das jetzt mit dem Leben?"

“Die Höhle der Löwen”-Investor Carsten Maschmeyer spricht mit t-online über den Moment, als er die Diagnose Hautkrebs bekam, seine größten Ängste und den Grund, warum die heutige Folge für ihn zur emotionalen Herausforderung wurde.

Seit fünf Jahren kämpft Carsten Maschmeyer bei der Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen” stets mit souveräner Strategie und knallhartem Verhandlungsgeschick um die besten Deals. Doch in der heutigen Folge verliert der erfahrene Investor um ein Haar die Fassung und muss vor laufenden Kameras die Tränen zurückhalten.

Der Grund: die Erfindung von Wirtschaftspsychologin Annette Barth und Atmosphärenforscher Julian Meyer-Arnek. Das Paar hat mit “ajuma” einen UV-Bodyguard entwickelt, der via Sensor die Sonneneinstrahlung auf der Haut misst – und so Hautkrebs verhindern kann. 

Julian Meyer-Arnek und Annette Barth: In der “Höhle der Löwen” stellen sie ihren UV-Bodyguard “ajuma” vor. (Quelle: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Für Carsten Maschmeyer der persönlichste Pitch seiner Investorenkarriere, denn kurz vor der Aufzeichnung hatte der 61-Jährige selbst die Diagnose Hautkrebs erhalten. Und er war nicht der erste in seiner Familie, wie er im Interview mit t-online erstmals enthüllt.

t-online: Herr Maschmeyer, warum hat Sie “ajuma” so sehr berührt?

Carsten Maschmeyer: Wegen der besonderen Krebsgeschichte in unserer Familie. Mein jüngster Sohn hatte mit 16 Jahren schwarzen Hautkrebs. Die OP dazu verlief gut, seit zwölf Jahren ist er symptomfrei. Doch als die Gründer vor uns standen, hatte ich selbst gerade die für mich damals dramatische Diagnose aggressiver, weißer Hautkrebs bekommen. Und nur drei Tage nach der Aufzeichnung stand meine erste Operation an. Niemand außer meiner Frau Veronica wusste davon, weder die Löwenkolleginnen und -kollegen noch die Produktionsfirma oder der Sender. 

Was ging in dem Moment in Ihnen vor?

Als die Gründer begannen vorzutragen, habe ich ernsthaft überlegt, von meinem Studiosessel aufzustehen und das Fernsehset zu verlassen. Ich war wirklich den Tränen nahe. Das war alles ein bisschen viel auf einmal. 

Aber Sie sind geblieben.

Ich dachte zuerst, bei diesem Pitch schaffe ich das nicht. Aber ich bin sitzen geblieben, habe es durchgezogen und am Ende ist ein gemeinsamer Deal rausgekommen. In solchen Momenten muss man das Private einfach vor der Türe lassen. Den Tipp habe ich übrigens von meiner Frau bekommen.

Seit 2014 ist Carsten Maschmeyer mit der Schauspielerin Veronica Ferres verheiratet. (Quelle: IMAGO / Sven Simon)

Sie war auch an Ihrer Seite, als Sie die Diagnose erhalten haben. Wie erinnern Sie sich an diesen Moment zurück?

Ich war geschockt. Und natürlich denkt man da sofort: War’s das jetzt mit dem Leben? In dem Moment gab es kein anderes Thema für mich. Es hat eine Zeit gedauert, bis klar war, dass es weißer Hautkrebs ist und dass man ihn auch behandeln kann. Deswegen macht so eine Diagnose natürlich was mit einem. Aber mit ein paar Stunden und Tagen Abstand stellt man fest: Viele andere Menschen trifft es deutlich härter. Und auch sie müssen ihr Schicksal meistern und viele von ihnen müssen viel schwerere Wege gehen. Vor ihnen habe ich höchsten Respekt!

Wie ist Ihre Familie mit der Nachricht umgegangen? 

Meine Frau hat mir sofort Mut zugesprochen. Ich bin so dankbar für Veronica und unsere Kinder, unsere Familie. Sie waren die ganze Zeit für mich da. In guten wie in schlechten Tagen eben. Genau in solchen Zeiten merkt man, wie wertvoll das ist. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen.

Sie sind recht schnell mit der Diagnose an die Öffentlichkeit gegangen. Warum?

“Die Höhle der Löwen” ist ein so erfolgreiches und starkes Format mit Millionen treuer Fans und Zuschauer. Ihnen war ich es schuldig zu sagen, was los ist. Denn dem einen oder anderen wäre es sicher aufgefallen, dass irgendwas an der Nase anders ist. Da wollte ich volle Transparenz und Offenheit von Anfang an. 

Carsten Maschmeyer: Kurz nach der Rekonstruktions-OP seiner Nase drehte er wieder für “Die Höhle der Löwen”. (Quelle: Privat)

Ihnen musste ein Stück der Nase entfernt werden. Wie sehr hat Sie der optische Aspekt belastet? Auch in Bezug auf die Arbeit vor der Kamera.

Ein Fünftel meiner Nase wurde herausgeschnitten. Das ist natürlich schon seltsam, wenn man dann in den Spiegel schaut. Aber mithilfe einer Rekonstruktions-OP sieht es heute beinahe so aus wie vorher. Die Ärzte haben einen super Job gemacht: Nach insgesamt fünf Operationen war alles Bösartige entfernt und die Nase wieder zusammengesetzt. Die Narbe bleibt, aber ich hoffe, der Krebs ist weg. 

Wie geht es Ihnen heute?

Sehr gut, ich bin vollständig geheilt.

Inwiefern hat Sie die Erkrankung rückblickend verändert?

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Ich war schon immer ein Familienmensch. Aber die Zeit hat mich noch mehr dazu gemacht. Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Deswegen mache ich täglich meinen Sport und achte sehr auf eine ausgewogene Ernährung – und nutze noch konsequenter Sonnencreme. Leider darf ich mit dem Gesicht nicht mehr in die Sonne. Deswegen war ich in der “Höhle” von der ersten Sekunde an sehr interessiert und auch ein bisschen aufgeregt, als ich von “ajuma” erfuhr. Denn ich dachte gleich: Hätte es diesen digitalen UV-Bodyguard schon früher gegeben, wäre meinem Sohn und mir die Krebserkrankung vielleicht erspart geblieben.

Meine eigene, schmerzhafte Erfahrung war ein wesentlicher Grund für mich, diesen Deal mit dieser hochinnovativen Lösung zu machen. Zusammen mit meinem Co-Investor Nils Glagau arbeiten wir jetzt hart daran, mit dem UV-Bodyguard viele Menschen von sonnenbedingtem Hautkrebs zu verschonen. “ajuma” ist jetzt schon bei Weltbild, Haba, Jako-o und Globetrotter verfügbar. Weitere große Namen werden folgen.

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