Book Club – Das Beste kommt noch

Vier berühmte Schauspielerinnen vereint in einem US-Film – das scheint zumindest einen unterhaltsamen TV-Abend zu versprechen. Leider hat der Montagsfilm im Ersten viele Schwachpunkte.

Diane (Diane Keaton, l-r), Sharon (Candice Bergen), Vivian (Jane Fonda) und Carol (Mary Steenburgen) verbindet eine langjährige Freundschaft. Foto: Paramount Pictures/ARD Degeto/dpa

Ihren ersten Sex hatte Vivian (Jane Fonda) auf einem Mischpult, mit Arthur (Don Johnson) – 40 Jahre später trifft sie ihn in der Lobby ihres eigenen Hotels wieder.

Sharon (Candice Bergen) ist Bundesrichterin und lernt via Onlinedating den etwa gleichaltrigen George (Richard Dreyfuss) kennen, während ihr geschiedener Mann Tom (Ed Begley jr.) eine deutlich jüngere Freundin hat.

Carol (Mary Steenburgen) hat ein eigenes Restaurant und ihre Jugendliebe Bruce (Craig T. Nelson) geheiratet, der ihr Ohrstöpsel (er schnarcht) zum Geburtstag schenkt.

Diane (Diane Keaton) ist seit einem Jahr Witwe, ihre beiden Töchter wollen sie zu sich nach Arizona holen. Auf dem Flug dahin stolpert sie buchstäblich über Mitchell (Andy Garcia). Vier Frauen im besten Alter stehen im Mittelpunkt der US-Komödie «Book Club – Das Beste kommt noch» am Montag um 20.15 Uhr im Ersten.

Diese vier Freundinnen kennen sich nun seit mehr als 30 Jahren und treffen sich allmonatlich in Los Angeles reihum zu einer Plauderrunde mit Romanbesprechungen. Mit dem Buch «Die Angst vorm Fliegen» (Erica Jong, 1973) fing alles an, aktuell ist ein weiterer erotischer Bestseller dran: «Fifty Shades of Grey» (E.L. James, 2011).

Dabei werden stets ein paar Häppchen mit größeren Mengen an Wein konsumiert und wichtige Fragen – leider ohne Antworten – rund um ein ehemaliges Sexleben erörtert. Zum Beispiel was mit einer Vagina nach 18 Jahren ohne Sex passiert oder was aus 40 Jahre alten Gefühlen wird.

Ähnlich altbacken, albern und ironiefrei sind auch weitere Situationen und Witze im Film wie dieser: «Das Gedächtnis verabschiedet sich als erstes. – Und was als zweites? – Das habe ich vergessen.»

Aber nicht nur deshalb vermag diese Komödie allenfalls in der zweiten Hälfte halbwegs zu überzeugen, denn die vier charmanten Schauspielerinnen können über das schwache Drehbuch, das Regisseur Bill Holderman (43, «Picknick mit Bären») gleich selbst geschrieben hat, nur bedingt hinwegspielen. Es fehlt an geistvollen Dialogen und schmissiger Musik, die deutsche Synchronisation lässt zu wünschen übrig. Der entbehrliche Zusatztitel «Das Beste kommt noch» soll wohl auf ein Happy End samt aufgefrischter und neuer Beziehungen hindeuten – ein Leben ohne Mann erscheint hier als kaum erstrebenswert.

Wobei die männlichen, alle ähnlich gut situierten Figuren in diesem Film allenfalls als Staffage dienen – allerdings sind sie recht gut gespielt. Den von vielen guten Darbietungen her bekannten Hollywood-Stars in diesem Film wäre eine weniger harmlose Story mit mehr Esprit und etwas Tiefgang zu wünschen gewesen.

Insbesondere die vier Damen bleiben nicht nur weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, vielmehr kalauern sich Jane Fonda (82, «Unsere Seelen bei Nacht»), Candice Bergen (74, «Liebe zu Besuch»), Mary Steenburgen (67, «Rendezvous mit dem Leben») und Diane Keaton (74, «Das grenzt an Liebe») mehr schlecht als recht durch diese insgesamt missglückte Komödie. Vielleicht tragen ein Buch und ein Glas guten Weines eher zum Genuss dieses Sommerabends bei.

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