Arte-Doku über eine lukrative Volkskrankheit

Berlin (dpa) – Der weltweite Wohlstand wächst kontinuierlich. Das drückt sich unter anderem im Essverhalten aus.

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Wer heutzutage Hunger verspürt, greift immer seltener zur häuslichen Pfanne, sondern kauft sich lieber einen Snack beim Fast-Food-Imbiss oder beißt in einen Schokoriegel. Doch solche Produkte enthalten immer mehr Zucker und Fett, was zu diversen Volkskrankheiten führt.

Eine der größten Wohlstandskrankheiten ist Diabetes. Rund 430 Millionen Menschen sollen weltweit an ihr erkrankt sein, wie eine neue Arte-Doku einordnet. “Diabetes, eine lukrative Volkskrankheit”, an diesem Dienstag um 20.15 zu sehen, konzentriert sich dabei nicht nur auf die Nöte der Betroffenen. Der Film zeigt auch, inwiefern die Verbreitung der Krankheit die öffentlichen Haushalte belastet.

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Diabetes, so wird man gleich zu Beginn erinnert, bezeichnet eine Stoffwechselstörung und tritt in zwei Formen auf. Während Typ 1 eine Autoimmunerkrankung darstellt, entpuppt sich Typ 2 als Ergebnis ungesunder Ernährung. Ihre Behandlung fällt eher unbefriedigend aus, nach Einschätzung der Dokumentarfilmer auch weil die Pharmaindustrie aus der Misere Profit zu schlagen versucht.

Der Film wirft einen kritischen Blick auf eine Fehlentwicklung, die daraus resultiert, dass sich Mediziner und Labore zu stark auf die Blutzuckerwerte fokussieren. Das führt zu einer ausufernden Verabreichung von Medikamenten, die das Problem nicht löst, dafür aber Nebenwirkungen mit sich bringt. Gleichzeitig steigen die Preise für vermeintlich bessere Präparate, die Pharmakonzerne auf den Markt bringen.

Dass es dabei zu einem Missbrauch der Entwicklung kommt, ist der wichtigste Kritikpunkt im Film. Um ihn zu untermauern, holen die beiden Regisseure Dorothée Frénot und Benoît Rossel mehrere Leidtragende vor die Kamera. Sie erzählen von einer Therapiespirale und der Frustration, trotz jahrzehntelanger Forschung kein zufriedenstellendes Medikament zu erhalten.

Besonders rührend ist das Schicksal der US-Amerikanerin Karyn Wofford, die sich wie viele ihrer Landsleute die überteuerten Medikamente nicht leisten kann. Unter Tränen erzählt die Frau, dass sie und ihr Mann deswegen auf Kinder verzichten müssen. Es sind tragische Schicksale wie dieses, mit denen der Dokumentarfilm zum Überdenken gegenwärtiger Therapiemethoden anregen möchte. Er schlägt Alarm, erwähnt aber auch Alternativen, die teils bessere Ergebnisse bringen könnten als so manch ein Medikament.

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