ARD-Chefin gibt Fehler bei Corona-Berichterstattung zu

Die ARD-Chefin übt Selbstkritik in Bezug auf die Berichterstattung zur Corona-Pandemie. Patricia Schlesinger findet, sie hätten früher erklären sollen, „warum Impfen richtig und wichtig ist“.

„Vielleicht sind wir zu spät auf jene Menschen eingegangen“

Die RBB-Intendantin, die seit dem 1. Januar die neue ARD-Vorsitzende ist, sieht kritische Punkte. Die 60-Jährige sagte im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, welche Fehler die ARD gemacht habe: „Vielleicht sind wir zu spät auf jene Menschen eingegangen, die Impf-Vorbehalte haben.“ Sie hätten ihnen früher erklären können, „warum Impfen richtig und wichtig ist“.

Zugleich betonte Patricia Schlesinger: „ARD, ZDF und Deutschlandradio haben unter erschwerten Bedingungen wirklich viel geleistet.“ Der RBB habe selbst Corona-Fälle gehabt und habe von heute auf morgen mobil arbeiten müssen. Die Journalistin zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit der Berichterstattung: „Wir haben das Informationsbedürfnis gut abgedeckt und auf allen Ausspielwegen auch große zusätzliche Kulturangebote gemacht, was mir ganz besonders wichtig war.“

„Bei MeToo sind wir alle sensibilisiert“

Ein weiteres Thema in den vergangenen Jahren war die „MeToo“-Debatte. „Bei MeToo sind wir alle sensibilisiert. Im RBB haben wir eine Anlaufstelle eingerichtet, auch ein anonymes Postfach, in dem man Vorfälle melden kann. Ich habe auf Belegschaftsversammlungen mehrmals gesagt: ‚Da gibt es keine Toleranz!'“ Auch beim Thema Antisemitismus müsse man „sehr achtsam“ sein. „Ich denke, auch da sind wir gut gewappnet.“

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Patricia Schlesinger ist seit 1. Januar die neue ARD-Vorsitzende und vertritt damit die ARD-Häuser gegenüber Politik und Gesellschaft. Sie übernahm den Posten, der zwischen den Rundfunkanstalten rotiert, von WDR-Intendant Tom Buhrow.

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