"Ab ins Kloster": Krawall-Teenies im orthodoxen Kloster

Weihrauch statt Kippen, Bibel statt Handy und Gebete statt Rambazamba! Im “Kabel eins”-Format “Ab ins Kloster! – Rosenkranz statt Skandale” steht für drei Exzess-affine Teenager die Welt plötzlich Kopf. In einem weißrussischen Kloster sollen die drei auf Krawall gebürsteten Mädels mit Hilfe einer Armada an russisch-orthodoxen Nonnen von verlorenen Schafen zu sanften Lämmchen werden. Das geht eher nicht so gut.

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Da muss man sich schon mal umstellen. Für das TV-Experiment “Ab ins Kloster! – Rosenkranz statt Randale” (2. Staffel) mussten drei jungen Damen für eine Woche das große Saufen, Rauchen und Partymachen gegen frühes Aufstehen, stundenlange Gebete und harte Arbeit tauschen. 120 russisch-orthodoxe Nonnen, die nach archaischen Traditionen und strengsten Regeln leben, können einem ganz schön die Woche versauen. Eine Woche nämlich galt es für Partydüse Celine (16), die notorische Schulschwänzerin Antonia (16) und Beautyqueen Andreea (18), sich in einem weißrussischen Kloster in Askese zu üben.

“Ich kann wie eine Bombe hochgehen”

“Meine Hobbys sind Saufen, Kiffen, Feiern”, erzählte Antonia, die auch wenig gegen die halluzinogene Wirkung von Krötenschleim hat, im Vorfeld ihrer Erfahrung im weißrussischen Kloster. Auch Celine hat nie einen Frosch im Hals, wenn es darum geht, ihre Meinung abzusondern. “Wenn man mich beleidigt, kann ich wie eine Bombe hochgehen”, so die Gesamtschülerin, die mit ihrer Mutter daheim im Dauerclinch liegt. Andreea lässt ebenso vermuten, dass es mit ihr nicht immer ganz so einfach ist: “Ich bin selbstbewusst”, so die 18-Jährige, die noch nie eigenes Geld verdient hat und von Papi monatlich 600 bis 800 Euro abstaubt. Schwächen? “Hab ich keine”, freut sie sich.

“Ab ins Kloster”: Nonnen finden Exzess-Videos nicht so prickelnd

Für die drei jungen Problem-Kids standen hinter den dicken Mauern des Klosters jedenfalls wahre Werte bereit, die ihnen vor allem die deutsche Oberschwester Michaela sowie Mutter Ilaria und Mutter Vera – beide aus Weißrussland – vermitteln wollten. Die drei Nonnen waren zwar durchaus nett, hatten naturgemäß aber eher wenig Verständnis für jugendliche Exzesse. Zumindest die Videos, die ihnen von den Girls im Vorfeld ihrer Anreise gezeigt worden waren und die Rebellinnen im Delirium zeigten, fanden sie, ja, wenig berauschend. “Sex einfach nur, um seine Triebe zu befriedigen, hat ein bisschen was Animalisches”, kommentierte Oberschwester Michaela das Video, in dem auch horizontale Themen verhandelt wurden.

Nicht so gut: Instagram während des Gebets

Auch Celines “Es ist keine richtige Party, wenn niemand kotzt” traf bei den Klerikalen auf wenig Verständnis. Gar kein Verständnis hatten wiederum die Mädchen, als man ihnen kommunizierte, dass sie ihre Handys und Rauchwaren jetzt abgeben, ihre Haare mit einem Kopftuch bedecken und in der kommenden Zeit lange Röcke tragen müssten. Instagram während des Nachtgebets? Ein TikTok-Video vom sakralen Abendmahl? Absolutes No-Go in Minsker Klöstern! “Hier zu leben, hat nichts mit Spaß zu tun”, meinte eine der Nonnen. “Unsere Aufgabe ist es, dass die drei uns vertrauen und mögen. Weil sie Liebe brauchen. Und wenn sie das zulassen, können wir ihr Leben auch ändern”, eine weitere.

Ewiges Runterbeten der selben Themen

“Kabel eins” blendet bei diesem Format – warum auch immer – das Kurzzeitgedächtnis seiner Seher völlig aus und setzt kontinuierlich auf Wiederholungen. Heißt: Ständig werden die selben Videosequenzen und Rückblicke eingespielt und die Disziplinen “Beten”, “Harte Arbeit” und “Gehorsam” aufgegriffen. Natürlich ist auch das rationale Agieren und Reagieren von Nonnen der Dramatik eines Formats dieses Zuschnitts eher abträglich. Wer wollte, dass die Fetzen fliegen, musste auf Zickenkriege unter den Trinkfreudigen setzen. Die gab es zwar, fielen aber auch völlig unspektakulär aus.

Nonne erzählt von ihrer Heroinsucht

Antonia war die erste, die das Handtuch werfen und die Heimreise antreten wollte. Da weder die täglichen mehrstündigen Gebete und Rezitationen aus der Bibel, noch der mittägliche Rotkohlsalat (Andreea: “Ich hasse das Essen hier. Das ist wie Scheiße”) die 16-Jährige umstimmen hatten können, musste eine emotionale Story her. Und so offenbarte Mutter Vera, dass sie einst schwer heroinabhängig gewesen und durch das Kloster gleichsam gerettet worden sei, was die drei Mädels tatsächlich beeindruckte. Sie sei damals halbtot gewesen und habe nur mehr 47 Kilogramm gewogen, so die Nonne weiter. “Ich war ein bisschen schockiert, als ich das alles gehört habe”, kommentierte die bewegte Celine. Auch Antonia schluckte.

Emotionen am Ende des “Klosterfests”

Sieht man von der Strafe ab, die alle drei Mädels ausbaden mussten, weil Celine heimlich auf ihrem Zimmer geraucht hatte, wurde das Geschehen im Kloster rund um die Partymäuse zunehmend lieblicher. Als Papi eine Video Nachricht schickte, kullerten bei der vermeintlich harten Celine sogar die Tränen, während Andreea die Umarmung einer völlig fremden Frau beim Morgengebet emotional berührte. Ende gut, alles gut? Naja, nein!

Die finalen Worte von Oberschwester Michaela

“Am Anfang hab ich euch alle ausgelacht, aber inzwischen euer Empfinden für Gott verstanden”, meinte Celine zu den Nonnen in einem allerletzten Gespräch vor der Abreise, unmittelbar bevor sie nach einer Woche Digital Detox gierig zum Handy griff. “Dass ihr wirklich zu jedem nett seid, obwohl ihr die Person gar nicht kennt”, fand wiederum Antonia toll. Oberschwester Michaela kämpfte mit den Tränen. “Ihr habt euch entwickelt in der Woche. Für mich wäre das Wichtigste, dass ihr euer Selbst entdeckt – und eure Seele, dass die zum Leuchten kommt”, so ihre Worte zum Abschied an Celine, Antonia und Andreea, denen man den Bock auf den kommenden Exzess schon richtig ansehen konnte.

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