Wegen dieser Nacktbilder hat Krawzow Ärger mit der Familie

Sie war die erste Paralympicssportlerin, die es auf das Cover des deutschen “Playboy” geschafft hat. Fast ein Jahr ist das inzwischen her. Doch Elena Krawzow muss sich noch heute dafür rechtfertigen, sich nackt in die Öffentlichkeit gestellt zu haben.

Die Oktoberausgabe des “Playboy” lieferte vergangenes Jahr eine kleine Revolution. Erstmals in der Geschichte des Männerheftes schaffte es eine deutsche Sportlerin aus dem Paralympicsbereich auf das Titelblatt. Elena Krawzow ging damit in die Geschichte des Magazins ein – und sie verband diesen Moment mit einer besonderen Botschaft, die sie auch heute noch gerne vertritt.

“Ich komme aus einem Land, in dem Frauen noch immer unterdrückt werden. Das habe ich hautnah erlebt. Als Frau hat man dort viele Vorschriften und kaum Mitspracherecht”, berichtete die in Kasachstan geborene Schwimmweltmeisterin damals. Ihr sei es wichtig zu zeigen, “dass man alles erreichen kann, wenn man etwas wirklich möchte.” Es sei ihr “vollkommen egal, was andere sagen”, so Krawzow. Aufgrund ihrer Erkrankung wolle sie sich nicht verstecken, im Gegenteil: “Ich möchte, dass man offen auf mich zugeht”, erklärte die nahezu blinde Spitzensportlerin. Seit dem Grundschulalter leidet sie an der degenerativen Netzhauterkrankung namens Makuladystrophie. Eigenen Angaben zufolge habe sie nur noch ein Sehvermögen von drei Prozent. 

Doch nach ihren Nacktfotos für den “Playboy” hat die 27-Jährige heute noch Ärger mit ihrer Familie. “Ich komme ja ursprünglich aus Kasachstan, das ist ein muslimisches und sehr konservatives Land. Teile meiner Familie sprechen bis heute nicht mit mir”, sagte sie der Münchner “Abendzeitung” am Dienstag. “Aber die Botschaft, die hinter diesen Fotos steckt, war mir viel wichtiger, als was Teile meiner Familie darüber denken. Ich glaube, dass ich vielen Menschen damit Mut und Kraft gegeben habe.”

Ihr sei es wichtig gewesen, mit den Bildern eine Botschaft zu senden. Dass dies nicht akzeptiert oder verstanden werde, irritiere sie: “Aber leider ist so etwas hierzulande wohl immer noch ein Tabu, die Scham ist offenbar sehr groß, mich auf die Fotos anzusprechen.” 

Schon vergangenes Jahr erläuterte Krawzow, wie sehr sie unter der Bewertung von außen gelitten habe. Ihre Erkrankung sei immer wieder Thema gewesen – auch im Kindesalter. “Vor allem in der Pubertät hat mich das schwer getroffen. Ich habe mich unfassbar dafür geschämt, anders zu sein als andere”, berichtete sie. Allerdings konnte sie sich davon emanzipieren und sei heute ein “sehr glücklicher, zufriedener Mensch und froh darüber, was ich in meinem Leben erreicht habe”.

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Ob zu dem bereits Erreichten bald noch etwas hinzukommt? Neben ihrem Weltmeistertitel und dem Silbermedaillen-Gewinn bei den Paralympics 2012 in London könnte am kommenden Mittwoch die nächste Medaille auf sie warten. Krawzow hofft bei den Paralympics in Tokio über 100 Meter Brust auf ihre Chance, Gold zu gewinnen.

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