Verschwundene Peng Shuai: Williams, Zverev & Co. fordern Aufklärung

Peng Shuai, 35, ist plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Anfang November 2021 hatte sie im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo schwere Anschuldigungen gegen den ehemaligen chinesischen Vize-Premierminister Zhang Gaoli, 75, öffentlich gemacht. Die Vorwürfe wiegen schwer: Es geht um Missbrauch. Doch innerhalb kürzester Zeit wurde das Posting wieder gelöscht. Seitdem gilt die frühere Doppel-Weltranglistenerste und Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open als vermisst. 

Peng Shuai: Wie echt ist ihre Entschuldigungsmail?

Ein angebliches Lebenszeichen der Sportlerin wurde noch am 17. November durch den staatlichen chinesische Sender CGTN auf Twitter veröffentlicht. Gepostet wurde der Screenshot einer E-Mail, die von Peng stammen soll. Darin widerruft sie scheinbar ihre Vorwürfe gegen den Politiker und erklärt: "Ich habe mich gerade zu Hause ausgeruht und alles ist in Ordnung." Die Echtheit der Zeilen wird jedoch von vielen bezweifelt.  

Serena Williams: „Ich bin am Boden zerstört“

Die chinesischen Behörden verweigern bisher jeglichen Kommentar. Doch die Sportwelt fordert nachdrücklich Aufklärung und mobilisiert im Internet. "Ich bin am Boden zerstört und schockiert von den Nachrichten über meine Kollegin Peng Shuai. Ich hoffe, sie ist sicher und wird so schnell wie möglich gefunden", twitterte die mehrfache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams, 40, und forderte: "Dies muss untersucht werden, und wir dürfen nicht schweigen." 

Alexander Zverev: „Ich hoffe, sie wird bald gefunden“

Auch deutsche Profis sind beunruhigt. "Wir sprechen über ein Menschenleben, und das ist viel krasser als alles, was wir hier machen. Ich hoffe, sie wird bald gefunden", erklärte Alexander Zverev, 24, nach seinem siegreichen Match gegen den Polen Hubert Hurkacz, 24, bei den ATP-Finals in Turin. 

Ex-Tennisprofi Julia Görges, 33, twitterte: "Ich bin zutiefst besorgt über die anhaltende Situation um Peng Shuai. Wir leben in einer Welt, in der Opfer nicht zum Schweigen gebracht werden sollten, und ich stehe mit der gesamten Tennis-Community zu der Aussage, wir wollen Antworten!" Ihr Posting versah sie mit dem inzwischen viral gegangenen Hashtag #whereisPengShuai (#woistPengShuai). 

Drohen China jetzt Konsequenzen?

Die Women's Tennis Association (WTA) geht sogar so weit und droht China Konsequenzen an, indem man darüber nachdenke, dem Land Turniere zu entziehen. "Wir sind definitiv bereit dazu und würden alle Komplikationen, die das mit sich bringt, regeln", erklärte WTA-Boss Steve Simon gegenüber CNN. Das brächte dem Verband zwar einen millionenschweren Verlust ein, doch für Simon steht die Klärung des Verbleibs von Peng Shuai im Vordergrund: "Dies ist größer als das Geschäft. Frauen müssen respektiert und nicht zensiert werden", erklärte er mit Nachdruck.

Einzig das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält sich aus dem Rätselraten heraus. "Die Erfahrung zeigt, dass leise Diplomatie die beste Möglichkeit bietet, eine Lösung für Fragen dieser Art zu finden," so ein Sprecher gegenüber der Agentur Reuters. "Dies erklärt, warum das IOC zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar abgeben wird."

Verwendete Quellen: twitter.com, cnn.com, reuters.com

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