Steve Jobs (†): Seine Töchter leben in vollkommen verschiedenen Welten

Die eine besaß alles, wovon die andere träumte: ein stabiles Zuhause, einen Vater, der sich kümmerte. Für Lisa Brennan-Jobs, 43, älteste Tochter des legendären Apple-Gründers Steve Jobs, †56, war es nicht leicht, das Glück ihrer 20 Jahre jüngeren Halbschwester Eve Jobs, 23, zu ertragen.

Lisa Jobs: „Ich war der Schandfleck in Daddys Lebenslauf“

Viele Jahre bestritt Steve Jobs, ihr Vater zu sein, schwor vor Gericht sogar, unfruchtbar zu sein. Erst als ihn ein DNA-Test dazu zwang, zahlte er Lisas Mutter Chrisann Brennan, heute 67, Unterhalt für seine Tochter: Bis dahin hatte seine ehemalige große Liebe, eine mittellose Malerin, am Existenzminium gelebt.

Doch auch danach sprach das Technik-Genie, das bis heute von vielen wie ein Guru verehrt wird, nur wenig mit seiner Tochter. Und dass er 1983 seinen ersten Apple-Computer "Lisa" tatsächlich nach ihr benannt hatte, erfuhr sie erst viele, viele Jahre später – und auch nicht von ihm, sondern von U2-Sänger Bono, dem Steve Jobs das bei einem Treffen beiläufig gestanden hatte. Kein Wunder, dass Lisa Jobs die spärlichen Erinnerungen an ihren Vater hütet wie einen Schatz.

In ihren vor drei Jahren erschienenen Memoiren erzählt sie, wie Steve Jobs sie mit seinem Porsche abholte, mit ihr über die Golden Gate Bridge fuhr oder sie zusammen Rollschuh laufen gingen. Doch so plötzlich Daddy auftauchte, so schnell war er auch wieder wochenlang verschwunden. Erst als Teenager durfte sie länger bei ihm und seiner neuen Familie wohnen.

Eve Jobs: Sie ist Model, Studentin und Springreiterin

Das Glück war kurz. Eve war gerade mal elf Jahre alt, als ihr Vater 2011 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. Ein kleines Mädchen, dem sein welt­berühmter Vater mit auf den Lebens­weg gab: "Du wirst einmal Chefin von Apple oder Präsidentin der USA." Zunächst trat seine Tochter auch brav in seine Fußstapfen und studierte Science Technology in Stanford, jener Elite ­Uni, an der sich ihre Eltern kennengelernt hatten.

Inzwischen geht Eve, deren Vorname Papa Steve aus seinem Namen abgelei­tet hat, aber ihren eigenen Weg. Sie gehört zu den besten Springreiterinnen ihres Alters und triumphierte kürzlich in Hamburg zusammen mit ihrem Team in der Global Champions League.

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Unabhängig davon hat sie vor zwei Jahren begonnen, als Model zu arbeiten, gab gerade in Paris ihr Laufsteg­ Debüt und lässt ihre 250.000 Instagram­ Follower:innen gern an ihrem Jetset­-Leben teilnehmen. Ihr Selbstbewusstsein hat sie aber nicht nur ihrem Aussehen, ihrer Intelligenz oder ihrem Reich­tum zu verdanken. Wichtiger ist: Sie musste nie nach der Aufmerksamkeit des Vaters hungern – anders als ihre Halbschwester.

Steve Jobs „war geizig mit Gefüh­len und Geld“

Lisa Brennan ­Jobs, die heute als Autorin mit Mann und Kindern zurück­ gezogen und glücklich in Brooklyn lebt, hatte es schwerer: Bei der Jobs ­Familie wurde sie regelmäßig aus dem Zimmer gebeten oder aus den Aufnahmen herausgeschnitten. Einmal, als die Heizung in ihrem Zimmer ausfiel, ließ ihr Vater sie lange nicht reparieren. "Er war geizig mit Gefüh­len und Geld", erzählt Lisa.

Lisa und Eve Jobs haben untereinander kaum Kontakt

Durch ihn habe sie sich nie liebenswert gefühlt: "Papa hat mir nicht mal 'Gute Nacht' gesagt." Eve hingegen ließ sich von Jobs’ Assistentin einfach einen Termin bei Daddy geben, wenn sie etwas wollte. "Sie war sein Liebling und wusste, wie sie ihn um den Finger wickeln konnte", schreibt Jobs­ Biograf Walter Isaacson. Viel erben wird sie allerdings nicht. Laurene Powell will die 24 Mil­liarden Dollar, die ihr Mann ihr vererbt hat, für wohltätige Zwecke spenden. Ihre Kinder sollen für sich selbst sorgen.

Untereinander haben Lisa und Eve Jobs bis heute kaum Kontakt. "Wir sind kalte Menschen", sagte Stiefmutter Laurene mal zu Lisa. Papa Steve hat sich auf dem Sterbebett wenigstens bei ihr für sein Versagen entschuldigt. Dass sie ihren Vater heute vermisst, kann Lisa nicht sagen. Aber sie weiß noch ganz genau: Als sie ein Kind war, hat er ihr unfassbar gefehlt.

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