Prozess wegen Körperverletzung: Jérôme Boateng bestreitet Vorwürfe

Prozess wegen Körperverletzung: Jérôme Boateng bestreitet Vorwürfe

Hier schreitet Jérôme Boateng ins Gericht

Ex-Bayernstar vor Gericht

Der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng musste sich heute (9. September) vor Gericht verantworten. Er erschien als Angeklagter vor dem Münchner Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Bayern-Star und Weltmeister von 2014 vorsätzliche Körperverletzung, zu der es 2018 während eines Urlaubs gekommen sein soll. Der heute 33-Jährige soll seine Ex-Lebensgefährtin während eines Streits verletzt haben. Boateng bestreitet das.

Im Video gibt es die ersten Bilder seiner Ankunft.

Ex-Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng hat vor Gericht Vorwürfe der Körperverletzung bestritten. Er habe eine frühere Lebensgefährtin nicht geschlagen und verletzt, sagte er am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht München.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen vor, seine frühere Lebensgefährtin Sherin S. im Juli 2018 bei einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben.

Außerdem soll er nach Angaben der Staatsanwaltschat „in voller Wucht“ eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben. Die Vorwürfe lauten auf Beleidigung und gefährliche Körperverletzung.

Boateng schilderte den Vorfall vor Gericht anders: Seine ehemalige Lebensgefährtin sei aggressiv und beleidigend geworden, habe ihn in einem Streit an der Lippe verletzt und auf ihn eingeschlagen. Als er sie dann von sich habe wegschieben wollen, sei sie gestürzt. Er habe auch keine Laterne auf sie geworfen, sondern ein Kissen gegen einen Tisch – und dabei sei die Laterne zu Boden gefallen.

Der Urlaub sei bis dahin sehr schön und friedlich verlaufen. „War ‘ne gute Stimmung“, sagte er – bis es abends beim Kartenspielen zu einem Streit gekommen sei.

Nachdem sie und eine Freundin von ihr ihm dann vorgeworfen hätten, beim Kartenspielen gemogelt zu haben, sei die Stimmung eskaliert. Sie hätten dann – wie oft zuvor – um die Frage gestritten, wie sie ihr Leben organisieren sollen. Boateng habe in dem Sommer vom FC Bayern nach Paris wechseln wollen. Außerdem sei es um Treue gegangen und andere Partner.

Am nächsten Tag aber hätten die beiden sich schon wieder vertragen. Sie sei „bester Laune“ gewesen.

RTL-Reporter zum Boateng-Prozess

Jérôme Boateng kam mit seinem Anwalt Kai Walden im Gerichtssaal an. Er trug ein weißes Hemd und einen dunkelblauen Anzug. Er kam in einem schwarzen Van in Begleitung von vier Bodyguards. „Auf mich wirkte er unglaublich ruhig und gelassen“, berichtet RTL-Reporter Carsten Maier, der ihn um 10.57 Uhr beim Einfahren vors Gericht gesehen hat.

Vor Gericht tritt der Fußballer zwar ruhig auf, doch in ihm scheint es anders auszusehen: Als er aussagt, redet Boateng schnell. Die Staatsanwältin bat ihn immer wieder, langsamer zu sprechen.

Shitstorm bei Instagram

Innenverteidiger Boateng war jahrelang eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er spielte seit 2011 für den FC Bayern und arbeitet inzwischen bei Olympique Lyon. Kurz vor seinem 33. Geburtstag unterschrieb er bei dem französischen Erstligisten einen Zweijahresvertrag bis Sommer 2023.

Der Verein bekommt seit der Vorstellung des früheren Nationalspielers auf Instagram zahlreiche Nachrichten unter Hashtags wie #boykottboateng und #boatengnoidol (Boateng kein Idol). (DPA, abl, rla)

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