Neue Corona-Kampagne sorgt für Aufsehen

Auf Twitter schlägt eine Kampagne Wellen. Unter dem Hashtag #AllesindenArm rufen Prominente und Politiker zum Impfen auf. Kritik daran kommt vor allem aus der Ecke der Schwurbler.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen von Tag zu Tag rasant an. Aktuell liegt die Inzidenz bei über 300, täglich purzelt ein neuer Negativrekord. So viele Infektionen wie jetzt gab es noch nie seit Beginn der Pandemie. Zugleich schneidet Deutschland im europäischen Vergleich beim Impffortschritt schlecht ab. Nur 67,5 Prozent der Bevölkerung sind hierzulande vollständig geimpft. Die „wirksamste Methode gegen die Ausbreitung des Virus“, wie sie seit Monaten von Politikern und Virologen gepredigt wird, scheint sich angesichts dieser Zahlen nicht zu erfüllen.

„Ich bin geimpft. Drei Mal. Und ich hab ’ne Nadel-Phobie“

Also rufen jetzt Prominente wieder einmal dazu auf, sich impfen zu lassen. So schreibt der Comedian und Gewinner der ersten „LOL“-Staffel Torsten Sträter: „Hallo, ich bin Torsten Sträter. Komiker. Ich bin geimpft. Drei Mal. Und ich hab ’ne Nadel-Phobie, ihr Affen.“ Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, schließt sich an und erklärt: „Hallo, ich bin Manuela Schwesig, vollständig geimpft. Vor zwei Jahren bin ich schwer an Krebs erkrankt und konnte nur dank guter medizinischer Versorgung überleben. Ich möchte, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird und weiter allen Menschen helfen kann.“

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In diesem Stil geht es immer weiter. Pianist Igor Levit, Moderator Jörg Kachelmann, Musiker Smudo von den Fantastischen Vier, die Schauspieler Verena Altenberger und Marcus Mittermeier, Autorin Jutta Ditfurth und viele weitere mehr, darunter unzählige Mediziner wie Melanie Brinkmann, schließen sich der Kampagne #AllesindenArm an. Sie rufen mit ihren Bekenntnissen zur Solidarität auf und möchten Unwillige mobilisieren, sich immunisieren zu lassen. 

Doch unter den Aufruf mischen sich auch kritische Stimmen. „Sich hier zu outen und mit #AllesindenArm zum Impfen aufzurufen, ist nichts anderes als die Dokumentation von eitler Selbstreferenzialität und der Wink in die Bubble – ich bin wie ihr, stehe auf der richtigen Seite. Glaubt ihr, so irgendjemanden zu motivieren, sich zu impfen?“, schreibt beispielsweise ein User bei Twitter. Marcus Mittermeier antwortet ihm direkt und fragt: „Vielleicht haben Sie eine gute Idee. Bin ernsthaft interessiert. Wie können wir Impfunwillige motivieren?“ Eine Antwort bekommt er nicht.

„Du verhältst dich wie ein bockiges Kind“

Dafür mischen sich auch bekannte Corona-Schwurbler in die Diskussionen ein. Darunter der Initiator der umstrittenen Aktion „Alles dichtmachen“, Dietrich Brüggemann. Mit einem zynischen Kommentar versucht er, die Kampagne zu diskreditieren. Unter seinem Tweet erntet er viel Gegenwind. „Du bist Dietrich Brüggemann und verhältst dich wie ein kleines, bockiges Kind“, schreibt ein Nutzer.

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Tatsächlich erinnert der Name der Kampagne stark an die vergangenen Aktionen #allesdichtmachen und #allesaufdentisch, welche die Corona-Politik der Bundesregierung kritisierten und zum Teil impfkritische Positionen vertraten. Auch diesen schlossen sich prominente Gesichter an, von denen sich im Nachhinein aber viele distanzierten. Zuletzt waren es nur noch Wotan Wilke Möhring und Volker Bruch, die an der Aktion festhielten.

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