Nach Erfolg für "The Last of Us": Die besten Videospielverfilmungen

Nach Erfolg für "The Last of Us": Die besten Videospielverfilmungen

Igel, Gangs und ein Hexer

Wohl zu Recht besaßen Videospielverfilmungen in den vergangenen Jahren bei Film- und Serienfreunden weitestgehend keinen guten Ruf. Oftmals wirkten die Produktionen wie schnelle und seelenlose Umsetzungen bekannter Marken, die schon alleine aufgrund des klangvollen Namens Geld in die Kassen spülen sollten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Hier eine Auswahl an Filmen und Serien, bei denen sich je nach persönlichem Geschmack ein Blick lohnen könnte.

Die aktuelle HBO-Serie „The Last of Us“ ist die Adaption eines der für viele Gamer besten Videospiele des vergangenen Jahrzehnts. Bereits der Auftakt sorgte für reges Interesse. Laut eines Berichts der US-Branchenseite „Deadline“ schalteten zum Start in den USA im linearen TV und über den Streamingdienst HBO Max 4,7 Millionen Menschen ein. Nur der „Game of Thrones“-Ableger „House of the Dragon“ konnte diesen Wert in den vergangenen zehn Jahren mit fast zehn Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern überbieten.

Die erste Folge der Endzeit-Serie, in der ein mutierter Pilz nahezu den Untergang der gesamten Menschheit verursacht hat, lässt hoffen, dass es sich hier um eine der bisher besten Umsetzungen eines Spiels handelt. So konnten in der Auftakt-Episode etwa die Atmosphäre und die darstellerische Leistung von „Game of Thrones“-Star Pedro Pascal (47) in der Hauptrolle des Joel überzeugen. Seine talentierte Kollegin Bella Ramsey (19) hat als Ellie derzeit aber teils noch einen schwereren Stand bei den Fans der Vorlage. Die zweite Folge ist in Deutschland ab dem heutigen Montag über den Streamingdienst Wow zu sehen.

Neben zahlreichen Murks-Produktionen, die viele höchstens mit der gewissen Ironie eines Trash-Liebhabers als unterhaltsam einstufen würden, gibt es aber auch weitere Positivbeispiele für Serien und Filme, die auf Videospielen basieren. Dazu gehört unter anderem die Animationsserie „Arcane“, die im Universum des äußerst erfolgreichen „League of Legends“ angesiedelt ist. Die Bewertungsplattform „Rotten Tomatoes“ listet derzeit einen 96-prozentigen Zuspruch beim Publikum. „Arcane“, zu sehen bei Netflix, dient als Prequel zum Spiel und überzeugt unter anderem mit einem außergewöhnlichen Animationsstil und einer spannenden Geschichte.

Unterhaltung für Groß und Klein gibt es im ersten Live-Action-Film aus dem „Pokémon“-Universum, das neben den zahlreichen Spielen zuvor nur in animierter Serien- und Filmform begeistern konnte. In „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ von 2019 leiht Hollywood-Star Ryan Reynolds (46) im englischsprachigen Original der gelben Kult-Spielfigur seine Stimme. Der junge Tim Goodman, gespielt von Justice Smith (27), macht sich darin gemeinsam mit dem kleinen Detektiv auf die Suche nach seinem Vater, der angeblich bei einem Unfall verstorben sein soll.

Auf den gleichen Wert wie „Arcane“ kommt aktuell auch die Anime-Serie „Cyberpunk: Edgerunners“, die Zuschauerinnen und Zuschauer ebenso bei Netflix streamen können. Sie spielt in der dystopischen Zukunftswelt des zunächst viel erwarteten Rollenspiels „Cyberpunk 2077“, das bei seiner Veröffentlichung Ende 2020 mit mehreren Kontroversen für Aufsehen sorgte – mit unerfüllten Erwartungshaltungen der Spieler, technischen Problemen und Berichten über unrealistische Deadlines, die zu unzähligen Überstunden für Entwicklerinnen und Entwickler geführt haben sollen. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ bezeichnete die Serie hingegen im September 2022 als „absolut unglaublich“.

Auch rund um „Sonic the Hedgehog“ ging ein Aufschrei durchs Internet. Nach der Veröffentlichung des ersten Trailers echauffierten sich viele Fans über das Design des Kult-Igels. Regisseur Jeff Fowler (44) erklärte im Mai 2019 auf Twitter, dass die Kritik angekommen sei. Die Gestaltung der Figur wurde angepasst und das Abenteuer mit Jim Carrey (61) als Bösewicht Dr. Eggman erschien schließlich 2020 mit mehrmonatiger Verspätung. Zu den großen Werken der Kinogeschichte gehört der Film sicherlich nicht, er kann aber durchaus für rund eineinhalb Stunden die ganze Familie gut unterhalten.

Von Fans zunächst gefeiert, gab es in letzter Zeit einiges an Aufregung rund um „The Witcher“. Die Netflix-Fantasy-Serie basiert auf der „Hexer-Saga“ des polnischen Autors Andrzej Sapkowski (74), die auch als Vorlage für eine erfolgreiche Videospielreihe diente. Ende Oktober 2022 hatte Hauptdarsteller Henry Cavill (39) jedoch bei Instagram verkündet, dass er nach der dritten Staffel, die für Sommer 2023 erwartet wird, nicht mehr Geralt von Riva spielen wird. Stattdessen werde sein Kollege Liam Hemsworth (33) übernehmen, was jedoch bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern für Empörung sorgte. Das Spin-off „The Witcher: Blood Origin“ kam daraufhin zum Jahreswechsel bei Kritikern und Publikum überhaupt nicht gut an. Bei „Rotten Tomatoes“ fallen derzeit nur 13 Prozent der Zuschauer-Wertungen positiv aus.

Im brutalen Drama „Gangs of London“ geht es um Machtkämpfe nach der Ermordung des Gangsterbosses Finn Wallace – und um die Jagd nach den Auftraggebern hinter dem Mord. Die Serie zeigt eine Reise durch die Unterwelt der Metropole. Serienschöpfer Gareth Evans (43), unter anderem bekannt als Regisseur der beiden „The Raid“-Filme, setzt in dem Sky-Original auf brachiale Action. Nur den wenigsten Zuschauern dürfte dabei bewusst sein, dass die Serie lose auf einem Spiel basiert – dem heute fast in Vergessenheit geratenen „Gangs of London“, das 2006 für Sonys Handheld-Konsole PlayStation Portable (PSP) erschienen ist.

Die Horrorkomödie „Werewolves Within“ mit Sam Richardson (39) und Milana Vayntrub (35) entstand auf der Grundlage eines gleichnamigen Virtual-Reality-Videospiels. Jenes wiederum ist die Umsetzung einer Variante des Gesellschaftsspiels „Mafia“, von dem etwa auch der Spiele-Hit „Among Us“ inspiriert wurde. In einer Gruppe von Menschen verstecken sich ein oder mehrere Verräter und die Spieler müssen herausfinden, wer der Hochstapler ist, der die anderen nach und nach umbringt. Während das „Werewolves Within“-Spiel in einem mittelalterlichen Dorf angesiedelt ist, treibt im Film ein Werwolf in einem modernen US-Städtchen sein Unwesen. Auf der Webseite des legendären verstorbenen US-Filmkritikers Roger Ebert (1942-2013) empfiehlt Nick Allen den „spaßigen Film“, der reich an Albernheit sei, schlussendlich aber leider weniger unvergessliche Zeilen biete, als man sich wünschen würde.

spot on news

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel