Königin Margrethes 50. Thronjubiläum: Tage voller Trauer und eine ergreifende erste Rede als Königin

Im Alter von 31 Jahren musste Königin Margrethe, 81, die womöglich herausforderndsten Tage ihres noch jungen Lebens bewältigen: Am 14. Januar 1972 stirbt erst ihr Vater König Frederik mit 72 Jahren – und im selben Atemzug wird sie zum neuen royalen Oberhaupt von Dänemark ernannt. Das ist nun 50 Jahre her.

Noch heute wird sich Margrethe sicherlich an diese kalten und tristen Januartage erinnern – vielleicht, während sie den Kranz zu Ehren ihres Vaters an seinem Grab im Dom zu Roksilde niederlegt. Es waren Tage, Stunden und Minuten, in denen die damals 31-Jährige eigentlich um ihren Vater trauern wollte, aber funktionieren musste – für das dänische Volk, aber auch für ihre Familie. Wie schwer Margrethe das gefallen sein muss, verdeutlicht ihre erste Rede als Königin, nur einen Tag nach Frederiks Tod.

Königin Margrethe in tiefer Trauer: „Mein geliebter Vater, unser König, ist tot“

Am 15. Januar 1972 steht Margrethe auf dem Balkon von Schloss Christiansborg und wurde von Ministerpräsident Jens Otto Krag zur Königin ausgerufen. Dann stellt sie sich selbst vor die Mikrofone und beginnt vor Tausenden von Menschen zu sprechen: "Mein geliebter Vater, unser König, ist tot, und wir sind alle von großer Trauer erfüllt. Aber am größten ist die Trauer meiner Mutter, Königin Ingrid. Ihr gelten alle mitfühlenden Gedanken."

Ihre Stimme ist dünn, etwas zittrig, zeugt von Ergriffenheit. Margrethe sammelt sich und verspricht den Dänen, ihr Amt mit der allergrößten Verantwortung anzugehen: "Diese Aufgabe, die fast 25 Jahre lang die meines Vaters war, liegt nun auf meinen Schultern. Und ich bitte Gott darum, mir zu helfen und die Kraft zu geben, dieses schwere Erbe zu meistern. Die Liebe und Treue, die das dänische Volk meinem Vater in all den Jahren gezeigt hat, war die Grundlage seines Wirkens als König. Möge das Vertrauen, das meinem Vater erwiesen wurde, auch mir zuteilwerden, darum bitte ich."

Mit dieser Unterstützung werde sie ihre "Aufgabe als Dänemarks Königin erfüllen" – ihr "Lebensziel", und sie werde all ihren Fleiß und ihre Kraft hineinlegen. Ihre Rede schließt die neu ernannte Königin mit den Worten: "Gottes Hilfe, die Liebe des Volkes und Dänemarks Stärke."

Der 14. Januar: ein traurig-schöner Feiertag für die dänische Königsfamilie

Anlässlich ihres 50. Thronjubiläums begrüßt Königin Margrethe ihre Familie – darunter die Söhne Prinz Frederik, 53, mit seiner Mary, 49, und Prinz Joachim, 52, mit seiner Marie, 45, – im Folketing, dem Dänischen Parlament. Die Feierlichkeiten werden aufgrund der Coronapandemie lediglich im engsten Familienkreis begangen. Trotz allem ist es nicht nur ein Freudentag. Denn zum Ablauf gehört traditionell auch die Kranzniederlegung am Grab ihres Vaters.

König Frederik lag am 14. Januar 1972 im Kopenhagener Kommunalkrankenhaus, umgeben von seiner Familie. Zur gleichen Zeit saß der Zeremonienmeister Ulf Gabel-Jörgensen auf Schloss Amalienborg am Telefon und wartete auf Neuigkeiten. Dann starb er.

Margrethes Vater hatte sein Leben lang viel geraucht – Zigaretten, aber auch Pfeife, für die er sogar einen eigenen Tabak entwickeln ließ. Seine Raucherlunge, seine Herzprobleme und seine Alkoholkrankheit, – über die sich die Königin erst kürzlich zum ersten Mal äußerte, – waren vermutlich Gründe für seinen Tod.

Verwendete Quellen: Dana Press

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