Urteil bestätigt: Zehn Jahre Haft für Neonazi-Rapper "Mr. Bond"

Das WienerOberlandesgericht (OLG) hat am Mittwoch die Strafberufungdes38-Jährigen Neonazi-Rappers „Mr. Bond“ gegen seine erstinstanzliche Verurteilungzurückgewiesen,teilte Behördensprecher Leo Levnaic-Iwanski aufAPA-Anfrage mit.

Das teilte Behördensprecher Leo Levnaic-Iwanski auf APA-Anfrage mit. Es seiauch die vom Erstgericht angenommene „besondere Gefährlichkeit desTäters“ sowie die „besondere Gefährlichkeit der Taten“ bestätigt worden.

„Mr. Bond“ nach Verbotsgesetz schuldig gesprochen

Damit ist das Urteil des WienerLandesgerichts vom Strafsachen vom vergangenen März rechtskräftig. „Mr.Bond“ war damals von Geschworenen fast im vollen Umfang der Anklagenach dem Verbotsgesetz schuldig erkannt worden, mit seiner Musik undVideos den Nationalsozialismus, Adolf Hitler und die Massenvernichtungder Juden im Dritten Reich verherrlicht zu haben. Der Rapper hatte inder rechtsextremen Szene Bekanntheit erlangt, indem er populäre Hitsumtextete und die neuen Versionen via Internet verbreitete bzw. 2019 auffünf CDs veröffentlichte.

Erfolg in der rechtsextremen Szene mit neuen Songtexten

Aus der Rock-Ballade „(Everything I Do) I Do It For You“, mit der Bryan Adams vor 30 Jahren einen weltweiten Nummer 1-Hit landete, wurde dergestalt eine judenfeindliche Gewalt-Fantasie. Selbst vor einer Neufassung des Band Aid-Songs „Do They Know It’s Christmas?“ machte „Mr. Bond“ nicht Halt. Mehrere Dutzend Hass-Lieder, die sich nicht nur gegen Juden, sondern Farbige, Homosexuelle und Muslime richteten, waren von der Anklage umfasst.

Dergebürtige Lienzer hatte auch ein Video verbreitet, mit dem er demAttentäter von Christchurch in Neuseeland Tribut zollte, der im März2019 in zwei Moscheen 51 Menschen umbrachte. Er übersetzte auch dessen“Manifest“ ins Deutsche. Daraus leitete nun auch das OLG alsBerufungsinstanz die besondere Gefährlichkeit des 38-Jährigen ab, wieOLG-Sprecher Levanic-Iwanksi gegenüber der APA erläuterte.

Besondere Gefährlichkeit

Eineder Nummern von „Mr. Bond“ verwendete der rechtsextreme Gewalttäter, deram 9. Oktober 2019 im deutschen Halle an der Saale in eine Synagogeeindringen wollte und in der Nähe zwei Menschen tötete, als ihm diesnicht gelang. Den geplanten Live-Stream vom gescheiterten Attentat aufdie jüdische Gemeinde hatte der Mann mit einem Stück von „Mr. Bond“musikalisch unterlegt. Für das OLG zeigte sich laut Levnaic-Iwanskidaran die besondere Gefährlichkeit der Taten.

Neonazi-Rapper „Mr. Bond“ wurde in Wien festgenommen

„Mr. Bond“ konnte über ein Paypal-Konto ausgeforscht werden, über das er Zahlungseingänge für seine Musik abgewickelt hatte. Er wurde am 20. Jänner 2021 in Wien festgenommen. Seither befindet er sich in Haft. In seiner Zelle erreichten ihn seither briefliche Fan-Botschaften von Rechtsextremen aus aller Welt, – darunter aus Kanada und den USA. In einschlägigen Foren wurden Spenden und Unterstützungserklärungen gesammelt.

Ebenfallsvom OLG bestätigte wurde die vom Landesgericht für Strafsachen verhängtevierjährige Freiheitsstrafe für den mitangeklagten jüngeren Bruder von“Mr. Bond“. Der 35-Jährige war Administrator einer rechtsextremen,judenfeindlichen Website, über die Musikstücke seines Bruders imInternet hochgeladen wurden.

(APA/Red)

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