Zwischenbilanz zu Nutri-Score und Co: Viele Lebensmittel werden (etwas) gesünder

Zu viel Zucker, Fett und Salz: Wie gut funktioniert die Reduktionsstrategie?

Funktionieren Nutri-Score und anderen Maßnahmen, um den Zucker-, Fett- und Salz-Gehalt von Lebensmitteln wirklich zu reduzieren? Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) stellte am 21. April neue Daten vor. Hintergrund ist die vom Kabinett 2018 beschlossene Reduktionsstrategie. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert diese heftig und verlangt verpflichtende Maßnahmen statt Freiwilligkeit.

Wirksamkeit der freiwilligen Branchenzusagen soll überprüft werden

Die vom Kabinett 2018 beschlossene Reduktionsstrategie für den Zucker-, Fett- und Salz-Gehalt von Tiefkühlpizza und Co will, dass sich Hersteller freiwillig zu schrittweisen Rezeptur-Änderungen verpflichten, um damit allgemein zu einer gesünderen Ernährung beizutragen. Um die Wirksamkeit der freiwilligen Branchenzusagen zu überprüfen, hat das bundeseigene Max-Rubner-Institut (MRI) jetzt weitere Produkte für eine Studie untersucht.

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Zahlen teilweise noch nicht zufriedenstellend – wenn "nötig, wird reguliert"

Für eine gesündere Ernährung sind laut dieser Studie in weiteren Fertigprodukten wie Toastbrot, Müsliriegel und Wurst Zucker oder Salz reduziert worden. Manche Zahlen – etwa für weniger Salz in Wurstwaren – seien aber noch nicht zufriedenstellend. Es werde weiter eine engmaschige Kontrolle geben. “Dort, wo es hakt, wird nachgebessert und wenn nötig, reguliert.”

Um Zusagen der Lebensmittelbranche zu überprüfen, hat das MRI knapp 5000 Produkte untersucht. Im Vergleich zu einer Ausgangs-Erhebung 2016 waren demnach nun durchschnittlich 4 Prozent weniger Salz in verpacktem Brot und Kleingebäck – bei Toastbrot lag das Minus bei 8,3 Prozent. In Müsli-Riegeln mit Schokolade stecken nun 10,9 Prozent weniger Zucker. Bei Snack-Salami sank der Salzgehalt im Schnitt um 10,6 Prozent und bei vorgegarten Frikadellen um 15 Prozent.

Klöckner will "Quetschies" stärker ins Visier nehmen

Stärker ins Visier nehmen will Klöckner Quetschprodukte für kleine Kinder – etwa Fruchtpürees, die direkt aus kleinen Plastikbeuteln verzehrt werden. Gut zehn Prozent dieser “Quetschies” enthalten laut einer erstmaligen MRI-Untersuchung zugesetzten Zucker. Der habe darin aber nichts zu suchen, sagte Klöckner. Sie wolle sich daher auf EU-Ebene für ein Verbot von Zuckerzusätzen in solcher Beikost einsetzen.

Nutri-Score ist zentrale Maßnahme der Strategie

Eine zentrale Maßnahme der Bundesregierung, die es Verbraucherinnen und Verbrauchern erleichtern soll, die gesündere Wahl zu treffen, ist die nationale Einführung des Nutri-Score als erweiterte Nährwertkennzeichnung. Er ergänzt die bisherigen Pflichtkennzeichnungen, wie zum Beispiel das Zutatenverzeichnis und die Nährwerttabelle. Allerdings handelt es sich dabei für die Hersteller und Anbieter um eine freiwillige Selbstverpflichtung.

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