„Wir sind ein wichtiger Motor“

Steuerberater- und Wirtschaftsprüfer(innen) sind Partner der Wirtschaft

Wie hat Corona den Berufsstand der Steuerberater/innen und Wirtschaftsprüfer/ innen verändert?

Dr. Jürgen Reiner: Wir sind von Anfang an der Seite der heimischen Wirtschaft gestanden und navigieren die Unternehmen unter hohem persönlichem Einsatz aus der Krise heraus. Durch unseren Berufsstand konnten einige Coronahilfen verhältnismäßig rasch realisiert werden. Die Arbeitsbelastung war und ist immer noch enorm, die Kolleginnen und Kollegen haben Unsagbares geleistet und arbeiten seit mehr als eineinhalb Jahren auf Hochdruck. Sie begleiten die Betriebe bei den Förderanträgen und sichern durch ihr großes Know How nach wie vor, dass die bestmögliche Hilfe garantiert ist.

Die Corona-Hilfen zu verstehen und zu beantragen war für viele Unternehmen ja nicht einfach …

Dr. Jürgen Reiner: Nein, auch wir mussten eine unglaubliche Menge neuer Vorschriften und Gesetzestexte im Überblick behalten. Vor allem am Beginn der Krise haben sich die Verordnungen im Wochentakt geändert. Bereits eingebrachte Anträge mussten überarbeitet und erneut eingebracht werden. Die Steuerberater/innen und Wirtschaftsprüfer/innen haben sich dafür eingesetzt, dass Unternehmen möglichst gut durch die Krise kommen und sie haben viele Unterstützungsleistungen durch ihre Arbeit erst möglich gemacht.

Welche Rolle spielte die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer dabei?

Dr. Jürgen Reiner: Eine äußerst wichtige. Mit unserer Expertise und dem kurzen Draht zu unseren Mitgliedern konnten wir der Bundesregierung wichtige Inputs geben, die auch in die Corona-Hilfen eingeflossen sind. Dabei stand immer im Vordergrund, den Unternehmen eine unkomplizierte, unbürokratische und schnelle Hilfe zu ermöglichen.

Ist die Krise vorbei?

Dr. Jürgen Reiner: Viele Unternehmen hat es im letzten Jahr hart getroffen. Aber auch viele Unternehmer(innen) haben innovative Wege eingeschlagen, die sie vor der Corona-Krise nie in Erwägung gezogen hätten. Hut ab vor jeder/m Einzelnen und auch vor jenen Unternehmen, die in so wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Re- Start gewagt haben und dadurch auch gut durch die Krise gekommen sind. Wir sehen, dass die Wirtschaft in Österreich widerstandsfähig ist und sich Gott sei Dank rascher erholt, als erwartet. Es geht wieder aufwärts. Auch dabei stehen wir Steuerberater/innen und Wirtschaftsprüfer/innen an der der Seite heimischen Wirtschaft – eben „in guten, wie in schlechten Zeiten“…

Gibt es noch Unterstützungsmaßnahmen, bei denen vor dem Jahreswechsel etwas gemacht werden muss?

Dr. Jürgen Reiner: Nicht vergessen werden darf der Antrag auf einen Fixkostenzuschuss 800.000 oder den Verlustersatz, die jeweils vor dem 31.12.2021 gestellt werden müssen. Wenn ein entsprechender Umsatzausfall vorliegt sollte, man früh genug beginnen, die Unterlagen aufzubereiten, damit man die Frist nicht versäumt. Erfahrungsgemäß dauert es einige Wochen, bis man alle Daten zusammen hat. Eine andere wichtige Frist ist die Dreimonatsfrist bei der Investitionsprämie: Nach Abschluss der Investition (Inbetriebnahme und Bezahlung) hat man nur drei Monate Zeit, die Abrechnung einzureichen. Wenn man das versäumt, ist die Prämie verloren.

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