Tsokos und Liefers rollen Tod Whitney Houstons auf – mit schockierendem Ergebnis

  • Eigentlich ist Jan Josef Liefers nur im Münster-„Tatort“ Spezialist für Gewaltverbrechen.
  • Gemeinsam mit dem echten Rechtsmediziner Michael Tsokos rollte der Professor-Boerne-Darsteller nun den Fall Whitney Houston auf.
  • Ihre Doku legt den Schluss nahe, dass der Popstar Opfer eines Verbrechens wurde.

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Zwei Berliner in L.A. – und eine hochbrisante Entdeckung. Zusammen mit dem weltweit bekannten Kriminalexperten Michael Tsokos, der die Rechtsmedizin der Charité leitet, wirbelt „Tatort“-Schauspieler Jan Josef Liefers viel Staub auf. Die erste Folge ihrer neuen RTL-Doku-Reihe „Todesrätsel mit Liefers und Tsokos“ prangert die polizeilichen Ermittlungsarbeiten der Kollegen aus Beverly Hills an. Für die Deutschen ergibt sich ein glasklares Bild: Zehn Jahre nach dem Tod Whitney Houstons müsste das tragische Ableben der Soul-Diva eigentlich neu vor Gericht landen. Für Tsokos und Liefers gibt es nur eine plausible Todesursache!

Mit dem schlagzeilenträchtigen Tod der einst umjubelten, dann wegen Drogenproblemen zunehmend aus der Öffentlichkeit abgemeldeten Sängerin hat sich das Gespann Liefers/Tsokos einen ebenso prominenten wie schwierigen Fall vorgenommen. Dabei gilt der Fall Whitney Houston eigentlich als abgeschlossen. Der TV-Rechtsmediziner (Professor Boerne aus dem Münster-„Tatort“) und der echte von der Charité wollen das nicht hinnehmen. Sie rollen die Ereignisse so gut es geht noch mal neu auf.

Liefers und Tsokos stoßen in L.A. auf eine Mauer des Schweigens

Mit diesen Kernfakten war die Tragödie zu den Akten gelegt worden: Whitney Houston war am 11. Februar 2012 im Alter von 48 Jahren tot aufgefunden worden. Sie lag im Hotel Beverly Hills Hilton bäuchlings in einer Badewanne – ertrunken. An den Umständen ihres Ablebens ließ zumindest der Abschlussbericht der Polizei keinen Zweifel: Unfalltod unter Drogeneinfluss!

Michael Tsokos drängen sich Fragen auf. „Ein bäuchlings gefundener Toter in einer mit Wasser gefüllten Badewanne ist mir in den 30 Jahren, die ich jetzt Rechtsmedizin mache, nie untergekommen“, sagt er. Tote in Badewannen – man denke nur an den mysteriösen Fall Uwe Barschel aus den 80er-Jahren – gelten in Fachkreisen per se als verdächtig. Oft handelt es sich um einen Suizid, oft aber auch um ein Gewaltverbrechen, das vertuscht werden soll.

Jan Josef Liefers und Michael Tsokos wollen also – nein, sie müssen – ermitteln. Knifflig macht ihre Arbeit aber, dass sie von Deutschland aus wenig erreichen können. Nur den Obduktionsbericht konnte sich der Rechtsmediziner besorgen. Vielleicht erreichen sie in L.A. mehr? Die beiden Berliner steigen ins Flugzeug – mit einer Extraportion Selbstbewusstsein im Gepäck. „Ich bin zum ersten Mal nach Los Angeles geflogen – mit einer Mission“, verkündet Liefers. Doch die Zuversicht schwindet vor Ort schnell. Zum einen möchte die Hilton-Hotelkette allem Anschein nach neuerlichen Medienwirbel unter allen Umständen verhindern. Deswegen dürfen Liefers und Tsokos das Hotel in Beverly Hills nicht betreten. „Dieses Thema soll offenbar aus der Erinnerung verschwinden“, raunt der Star-Schauspieler. Zum anderen will so gut wie niemand mit den auffällig neugierigen Deutschen reden.

Auch die Polizei, an deren Sorgfalt beim Sichern des Leichen-Fundorts Zweifel bestehen, ist zu keinen neuen Pressestatements bereit. Tsokos stößt auf eine Mauer des Schweigens. Und er ärgert sich sehr: „Das stinkt alles gewaltig.“

Badewannen-Tote sind oftmals Mordopfer

Letzte Rettung ist ein älterer Privatdetektiv, der früher selbst für die Polizei in Kalifornien gearbeitet hat und der fest davon überzeugt ist, dass nicht korrekt ermittelt wurde. Der Auftragsschnüffler verschafft Liefers und Tsokos wichtige Informationen: Er mietet sich über Nacht im Beverly Hills Hilton ein und misst die Badewanne aus. Das Modell, in dem auch Whitney Houston einst gelegen haben könnte, hat auffällig kleine Abmessungen – eine absichtliche Maßnahme, um ein unabsichtliches Gleiten unter Wasser oder mögliche Suizidversuche zu verhindern.

Tsokos wird immer sicherer, „dass das kein Unfall gewesen sein kann“. Ihn wundert sehr, warum einst nicht weiter recherchiert wurde. Auch von der Theorie, dass sich die Sängerin – möglicherweise im Drogenrausch – selbst ungewollt in die ungewöhnliche Bauchlage begeben haben könnte, schließt er aus. „In so einer Badewanne mit diesen Abmessungen dreht man sich nicht einfach um“, hält Tsokos fest. Bleibt ein schlimmer Verdacht: „Ungefähr jeder fünfte bis zehnte Todesfall in einer Badewanne ist auf ein Tötungsdelikt zurückzuführen.“

Verräterische Hämatome am Oberarm

Zurück in Berlin verdichtet sich das Bild – auch weil der Rechtsmediziner in den eigenen Leichenschau-Räumen das einstige Geschehen noch einmal mit einer echten Leiche nachstellt und die in den Protokollen vermerkten Druckstellen genauer betrachtet. Jetzt fällt Tsokos ein wichtiges Detail auf: Einst von den Kollegen in Kalifornien als frisch gekennzeichnete Hämatome an Whitney Houstons Oberarm deuten auf einen starken Griff von Fingern hin. Wurde die Sängerin in der Wanne gewaltsam gedreht?

Beklemmend werden die Bilder vor dem inneren Auge, wenn man an Whitney Houstons Tochter Bobbi Kristina Brown denkt. Auch sie wurde ein Jahr später tot aufgefunden – bäuchlings in einer Wanne. Ein Gewaltverbrechen sei nicht auszuschließen, assistiert Liefers. Der Täter könnte aus der einstigen Entourage stammen, unter der sich auch vermeintliche „Freunde“ mit dubiosen Drogen-Kontakten befanden.

„Warum ist den ganzen Ungereimtheiten nicht nachgegangen worden“, klagt zum Schluss Michael Tsokos aufgebracht. Höchste Zeit, dass der Fall auch offiziell wieder bei den Ermittlern und vor Gericht landet. „Ich glaube, dass mindestens eine Person da Hand angelegt hat“, sagt er. „Man kann das drehen und wenden wie man will: Wir kommen immer wieder dabei an, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt.

Die Dokumentation „Todesrätsel mit Liefers und Tsokos – Der Fall Whitney Houston“ ist ab sofort abrufbar bei RTL+.

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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