Notenbanken kämpfen gegen Klimawandel

Führende Notenbankenverstärken ihren Einsatz für den Klimaschutz. Die Präsidentin der EuropäischenZentralbank (EZB), Christine Lagarde, kündigte die Schaffung eines Zentrums fürKlimawandel bei der EZB in Frankfurt an.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich(BIZ) als Zentralbank der Zentralbanken legt einen weiteren Fonds auf, der in„grüne“ Wertpapiere mit umweltschonendem Zweck investieren soll. Daran willsich die EZB beteiligen. Der Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnteunterdessen erneut vor zu hohen Erwartungen an Notenbanken beim Kampf gegen denKlimawandel. Notenbanken seien eindeutig nicht die Hauptakteure, wenn es darumgehe, die globale Erwärmung zu verhindern, sagte auch Lagarde bei einerOnline-Konferenz. „Aber die Tatsache, dass wir nicht auf dem Fahrersitz sitzen,bedeutet nicht, dass wir den Klimawandel einfach ignorieren können oder dasswir keine Rolle bei seiner Bekämpfung spielen.“

Neues Zentrumstartet

Die Französin bekräftigte, die EZB werde imRahmen ihres Mandats zu den Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandelbeitragen. „Bei der EZB starten wir jetzt ein neues Zentrum für Klimawandel, umdie Fachkenntnisse und Arbeitsbereiche zum Thema Klima in der Notenbankeffizienter zusammenzuführen“, führte Lagarde aus.

„Der Klimawandel betrifft alle unserePolitikbereiche. Das Zentrum für Klimawandel bietet die Struktur, die wirbrauchen, um das Problem mit der Dringlichkeit und Entschlossenheit anzugehen,die es verdient“, sagte Lagarde. Die neue Einheit soll aus etwa zehnMitarbeitern bestehen, die mit bestehenden Teams in der gesamten EZBzusammenarbeiten sollen. Mauricio Vargas von Greenpeace lobte, Lagarde schlagedie richtige Richtung ein. Er kritisierte aber zugleich, die geplanten Schrittereichten nicht aus.

„Die EZB muss einen klaren Plan entwickeln wiesie aus der Klimakrise resultierende Investitionsrisiken wirkungsvoll vermeidenkann. Sie muss auch dafür Sorge tragen, dass ihre milliardenschwerengeldpolitischen Portfolien sowie der Sicherheitenrahmen für Bankkredite inEinklang mit den EU-Beschlüssen zur Klimaneutralität stehen“, forderte Vargas.

Zweiter Fondsstartet

Unterdessen gab die BIZ in Basel den Start eineszweiten Fonds bekannt, der in „grüne“ Wertpapiere investieren soll. ImUnterschied zu einem bereits bestehenden Fonds in Dollar soll der neue Fondsauf Euro lauten. Nach BIZ-Angaben werden über die beiden Fonds zunächstinsgesamt etwa zwei Milliarden Dollar verwaltet. Es werde jedoch erwartet, dassdas Volumen weiter deutlich wachse.

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