Die Wut auf die Pandemie wegballern: Gastwirte entwickeln "Corona-Shooter"

  • Zwei findige Gastwirte aus Hessen machen ihrem Ärger auf kreative Weise Luft.
  • Sie haben den “Corona-Shooter” entwickelt.
  • Das Browser-Game ist kostenlos – und bewusst schlicht gehalten.

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Not macht erfinderisch. Diese Binsenweisheit demonstrieren zwei Gastwirte aus dem hessischen Friedberg derzeit eindrucksvoll. Die unfreiwillige Überdosis Freizeit, die ihnen die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung einbrachte, nutzten Jörg Schulzek und Sebastian “Basti” Beck für die Entwicklung eines Ballerspiels. Der “Corona-Shooter” soll ihnen und allen anderen helfen, die Wut über Covid-19 spielerisch zu bekämpfen.

Nachdem sie selbst keine Programmierkenntnisse haben, wurde die Entwicklung quasi ausgelagert. Im eigenen Umfeld suchte und fand man einen Programmierer, Grafiker, eine Web-Entwicklerin, einen Musiker und mehrere Werbe-Expertem fürs Marketing.

Corona-Shooter zum Dampf ablassen

Die beiden wollten bewusst im Low-Budget-Bereich bleiben. Dennoch: Eigens für ihre Vision vom Anti-Lagerkoller-Zeitvertreib gründeten die beiden Gastwirte die Schulzek & Beck-GbR. Auf der Website Corona-Shooter.com, wo das Game kostenlos gespielt werden kann, erklären Jörg (45) und Basti (47): “Angetrieben durch zu wenig Reserven, zu viel Zeit und Wut im Bauch haben wir uns während des zweiten Lockdowns, der natürlich auch unsere Gaststätten betrifft, dazu entschlossen, einen Corona-Shooter zu entwickeln, um dem Virus auf dem Bildschirm den Kampf ansagen zu können.”

Im Spiel steuert man ein Impf-Flugzeug per Tastatur, weicht Hindernissen aus und schießt auf die Viren. Retro-Feeling ist nicht nur in Sachen Grafik geboten: Steuern mit den Pfeil-Tasten, schießen mit der Space-Taste – minimalistischer und nostalgischer geht es nicht.

Masken bringen Extraleben

In Sachen Gameplay erinnert das eigenwillige Projekt der unterbeschäftigten Gastronomen an klassische Scrolling-Shooter wie den legendären Spielhallen-Klassiker “1942” oder “Xenon”. Allerdings ballert man im “Corona-Shooter” nicht auf feindliche Flugzeuge oder Raumschiffe. Die Macher erklären: “In unserem kinderfreundlichen Spiel schießt man mit Impf-Spritzen auf Viren.”

Zudem sammelt man Masken ein, um Extraleben zu ergattern und hat einen Lockdown-Button zur Verfügung, um eine größere Anzahl von Viren auf einmal zu zerstören. Deutlich distanzieren sich die Hobby-Spieledesigner von Impfgegnern: Neben dem Virus wird in ihrem Spiel auch Corona-Leugnern und Querdenkern der Kampf angesagt: “Auch hierbei ist die Impfspritze dein wichtigster Begleiter, um die Gegner zu impfen”, erklären die Spielentwickler.

Noch gibt es keine App-Version

Befragt nach einer App-Version für iOS und Android verriet uns Jörg Schulzek im Interview: “Wenn wir sehen, dass der Corona-Shooter einen Riesen-Zuspruch bekommt, denken wir darüber nach, aber wir sind noch ganz am Anfang.” Stattdessen geplant sind regelmäßige Updates alle 14 Tage, die immer wieder neue Inhalte wie fiesere Gegner und End-Bosse einbringen sollen.

Wann Jörg Schulzeks Café Bar Novum in der Friedberger Innenstadt sowie das Alternativ-Café Kaktus und das deutsch-rustikale Speiselokal “Die Dunkel” von Sebastian Beck und einem Kompagnon wieder öffnen, ist unklar. Unterstützen kann man die beiden Gastwirte und ihr Team per “Donate by PayPal-Button” auf ihrer Website. Freuen würden sie sich bestimmt, egal ob die Motivation für die Spende eine Solidaritätserklärung mit der gebeutelten Gastronomie ist oder ein Dankeschön für den “Corona-Shooter”.

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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