Aus Versehen + Co: Aus diesen 5 Gründen lügen Menschen am häufigsten – laut Psychologen

Wann haben Sie zuletzt geflunkert? Denn die meisten von uns lügen täglich – laut einer US-Studie bis zu zweimal am Tag, einige Menschen sogar bis zu sechsmal. Und dabei sind es nicht immer große Lügen, die wir verbreiten. Manchmal verändern wir auch nur Kleinigkeiten der Wahrheit und machen uns so das Leben leichter.

Was genau sind die Gründe, aus denen Menschen lügen? Dieser Frage geht der US-Professor für Psychologie Dr. Robert Feldman in seiner Arbeit nach. Er forscht an der University of Masschussetts Amherst zu diesem Thema. "Lügen ist eine sehr effektive soziale Taktik", sagt der Experte gegenüber "health.com". Wir flunkern also aus sozialen Gründen. Genauer betrachtet, sorgen vor allem diese fünf Beweggründe dafür, dass uns Flunkereien über die Lippen kommen.

5 Situationen, in denen Menschen häufig lügen

1. Um sich beliebt zu machen

Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir von anderen gemocht werden wollen. Dieser Wunsch kann dazu führen, dass wir die Wahrheit ein wenig optimieren, um uns selbst in einem besseren Licht darzustellen. Das kann beim Dating sein oder in einem Bewerbungsgespräch. Wir übertreiben möglicherweise, wie gut wir dieses oder jenes Tool beherrschen oder wie ausführlich unsere Erfahrung in einem bestimmten Aufgabengebiet ist. Wenn wir hier zu weit gehen und behaupten, etwas zu können, das wir noch nie gemacht haben, kann uns das natürlich schnell auf die Füße fallen.

2. Um jemanden zu manipulieren

Andere machen nicht immer das, was wir gerne möchten. Das liegt manchmal daran, dass sie es nicht möchten, manchmal aber auch daran, dass sie es nicht können. Was auch immer dahinter steckt – es kann dazu führen, dass wir unser Gegenüber anlügen, um es dazu zu bringen, unsere Wünsche zu erfüllen. Besonders nobel ist diese Verhaltensweise nicht, aber verbreiteter, als wir vielleicht glauben. Denn es passiert uns manchmal ganz unbewusst, dass wir die Wahrheit ein wenig verbiegen, weil wir intuitiv ahnen, dass diese leicht veränderte Version bei unserem Gegenüber mehr Erfolg verspricht.

3. Um eine Lüge aufrechtzuerhalten

Das große Problem mit Lügen ist folgendes: Irgendwann kommen sie meistens ans Licht. Die Angst davor kann uns dazu bringen, immer mehr Unwahrheiten zu unserem Lügenkonstrukt hinzuzufügen. Das ist schließlich besser, als aufzufliegen, oder? Wir brauchen also eine Lüge, um die erste zu vertuschen, dann noch eine, um wiederum diese zu vertuschen. Unser Lügengebilde wächst rasant wie ein Schneeball, und um auch nur eine der Flunkereien wieder geradezubiegen, müssten wir sie alle gestehen. Weil das alles andere als leicht ist, lügen viele lieber weiter.

4. Um jemandem zu schmeicheln

Zu den häufigsten Lügen gehört es, einer anderen Person schmeicheln zu wollen. Dabei geht es meist um Übertreibungen. Uns erzählt vielleicht jemand, wie wunderbar wir heute aussehen – dabei haben wir einen großen Fleck auf dem Oberteil und unser Make-up ist verschmiert. Oder eine Kollegin betont, wie professionell unsere Präsentation war, dabei wissen wir genau, dass wir uns ständig verhaspelt und Fehler gemacht haben. In solchen Momenten sind wir skeptisch, ob die Komplimente ehrlich gemeint sind. Zu Recht, denn es kann gut sein, dass unser Gegenüber damit etwas Bestimmtes erreichen möchte – oder uns einfach nicht mit der unangenehmen Wahrheit verletzen möchte.

5. Aus Versehen

Das mag sich im ersten Moment merkwürdig anhören, aber manchmal lügen wir gänzlich unwissentlich. Unser Gedächtnis ist nämlich nicht immer zuverlässig. Auch wenn wir sicher sind, uns an etwas sehr genau zu erinnern, ist diese Erinnerung von unseren persönlichen Empfindungen und unserem Blick auf die Welt geprägt – und damit alles andere als objektiv. Es kann also schnell passieren, dass wir etwas als absolute Wahrheit verkaufen, weil wir sicher sind, dass es genau so war – wir damit aber versehentlich lügen.

Verwendete Quellen: health.com, psychologytoday.com, everydayhealth.com

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