Anna Konjetzkys „Lockdown-Sketches“ und Katja Wachters „Our Daily Post

Neustart der freien Tanzszene mit Anna Konjetzkys „Lockdown-Sketches“ und Katja Wachters „Our Daily Post

Es gibt wieder Perspektiven – auch in der freien Tanzszene. Seit Donnerstag steht die blaue Tür zu Anna Konjetzkys Studio „Playground“ auf dem Gelände des Kreativquartiers an der Dachauer Straße fürs Publikum offen. Sperrangelweit. So ist zugleich eine optimale Durchlüftung sichergestellt. Denn auch hier werden alle Hygieneregeln penibel befolgt. Hauptsache, nach 15 Wochen Zwangspause macht sich erneut eine kreativ-enthusiastische Stimmung breit. Und endlich geht es auch wieder an die Öffentlichkeit.

Mit „Lockdown-Sketches“ liegt die Choreografin direkt am Puls der Zeit: ein bis in kleinste Details raffiniert abgestimmtes Doppelspiel – aus absolut sehenswerten, weil treffend-ehrlichen Corona-Tagebuch-Zeichnungen Sahra Hubys und aus Miniaturen, die in leere Soundabwesenheit hinein getanzt werden.

Gemeinsam mit ihren sich im 20-Minuten-Takt ablösenden Tänzerinnen – Quindell Orton und Sahra Huby selbst – schafft Konjetzky eine sinnlich aufgeladene, humorvoll relaxte Atmosphäre. Schnell entsteht dadurch eine immense Lust zu verweilen sowie zum lang vermissten Austausch zwischen spontanen Eindrücken und Vergleichen mit eigenen Erfahrungen.

Dazu passt das Konzept der künstlerischen Zwei-Stunden-Live-Dauerschleife – bei freiem Eintritt, mit viel Außenplatz und dazugehörigem Alltagslärm. Zu den Time-Slots kann man einfach kommen und innen – jeweils zu acht – die luftig vor Fenstern und Wänden schwebenden Bilder betrachten. Dem choreografischen Teil wird im Flaniermodus durch ein Fenster zugeschaut. Das sorgt zusätzlich für hübsche, ungewöhnliche Impressionen.

Hoffnung auf Ausfallhonorar

Unbedingt vorplanen via Reservierung sollte man dagegen die Teilnahme an Katja Wachters Premierenserie „Our Daily Post“ an vier aufeinanderfolgenden Abenden im benachbarten Schwere Reiter. Auch Wachter meldet sich als eine der Ersten aus der verordneten Zwangsstille zurück – in unterschiedlichen Besetzungsteams und mit starken wie lautstarken Dialogmomenten mehrerer Performer und Musiker.

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