55 Prozent mehr Todesfälle in Sachsen: Übersterblichkeit steigt immer weiter an

Die Lage spitzt sich deutschlandweit zu

Das statistische Bundesamt hat im November 84.480 Menschen registriert, die gestorben sind. Das sind 11 Prozent mehr als im November der Jahre 2016 bis 2019. Insgesamt starben 8.186 Menschen mehr als üblich. Besonders dramatisch ist die Situation weiterhin in Sachsen. Hier ist die Übersterblichkeit in der letzten Novemberwoche (48. Kalenderwoche) auf 55 Prozent angestiegen. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) lag die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen im November noch bei rund 226 Fällen pro 100.000 Einwohner – heute liegt sie bei 330.

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Besonders die über 80-Jährigen sind gefährdet

Das statistische Bundesamt hat zudem festgestellt, dass die Sterbefallzahlen im November in ganz Deutschland kontinuierlich angestiegen sind. Gab es Anfang des Monats (2. bis 8. November) insgesamt 1.067 gemeldete COVID-19-Todesfälle, so sind es in der letzten Woche (23. bis 29. November) 2.579 gewesen. Das sind 1.512 mehr als am Monatsanfang. Das in Deutschland im November mehr als 80.000 Sterbefälle registriert wurden gab es zuletzt 1974 – damals starben 81.006 Menschen.

Zurückzuführen ist die Zunahme an Toten vor allem auf die Sterbefälle der über 80-Jährigen, berichtet das Statistische Bundesamt. In dieser Altersgruppe sind im November insgesamt 19% mehr Menschen gestorben als in den Jahren davor. “Neben den direkten und indirekten Folgen der COVID-19-Pandemiekönnen auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen”, erklärten das Statistische Bundesamt. Die Zahl der über 80-Jährigen sei von 2015 bis 2019 von 4,7 Millionen auf 5,7 Millionen gestiegen. Die Sterbezahlen der unter 80-Jährigen sind dagegen auf dem Niveau der Vorjahre.

Hotspot-Region Sachsen: Hier liegt die Sterberate bei 55 % über dem Durchschnitt

In dem ostdeutschen Bundesland hat sich die Lage besonders schlimm zugespitzt. Hier starben im November rund 1.708 mehr Menschen als in den vier Vorjahren – das ist ein Anstieg von 39 Prozent. In der letzten Novemberwoche (21. bis 29. November) stieg der Wert sogar weiter an, auf 55 Prozent – das bedeutet, in dieser Woche sind 586 mehr Menschen gestorben als eigentlich üblich. Zum Vergleich: In anderen Bundesländern lag die Sterberate im November bei maximal 14 Prozent über den Durchschnitt.

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Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung stoßen die Bestatter und Krematorien an ihre Grenzen. “Da sind die Kapazitätsgrenzen erreicht”, sagte Innungsobermeister Tobias Wenzel der Deutschen Presse-Agentur. Im ostsächsischen Zittau müssen die Leichen bereits in Lagerhallen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Und auch andere Krematorien in Sachsen sind an der “Grenze des Machbaren”, wie die Bestatter-Innung erklärt.

Auch in anderen europäischen Ländern spitzt sich die Lage zu

Wirft man ein Blick über die Grenze hinweg zeigt sich, dass sich die Lage auch in anderen Ländern weiter verschlimmert. Höchstwerte für die letzte Novemberwoche (48. Kalenderwoche) wurden vor allem in der Schweiz und Slowenien festgestellt. Aber auch für Belgien, Griechenland, Italien und Österreich wurde eine “sehr hohe” oder “hohe” Übersterblichkeit vermeldet. Für andere europäische Länder stellte das Institut eine “mäßige” Übersterblichkeit fest.

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Statistisches Bundesamt

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